
Kalkstein- und Kalkmarkt in Deutschland entwickelt sich freundlich — Wermutstropfen: Energiepreise und Emissionshandel
Auf der Jahresversammlung des Bundesverbandes der Deutschen Kalkindustrie e.V. (BVK) am 22. Juni 2007 in Wiesbaden resümierte der Vorsitzende, Dr. Matthias Stein, die wirtschaftliche Situation der Kalkindustrie in 2006. „Bei einem Wachstum von fast 4 % haben unsere Mitglieder annähernd 6,8 Mio. t Kalkprodukte verkauft.“ Hauptursache hierfür sei ...

In der Kalkindustrie waren im Jahr 2006 ca. 4.000 Mitarbeiter beschäftigt. Die Kalkindustrie erzielte einen Gesamtumsatz von ca. 720 Mio. €, wobei ca. zweidrittel auf den Umsatz mit gebrannten Produkten und der Rest auf den Umsatz mit ungebrannten Produkten entfällt.
Erstmals nach einigen Jahren konnte die Kalkindustrie sowohl bei den ungebrannten als auch bei den gebrannten Produkten einen Mehrabsatz erzielen.
Der Marktabsatz bei den ungebrannten Erzeugnissen betrug im Jahr 2006 mehr als 22 Mio. t und ist damit um 8,6 % gegenüber 2005 gestiegen. Der Gesamtabsatz gebrannter Produkte betrug ca. 6,8 Mio. t; das Wachstum liegt hier bei fast 4 %.
Von den ca. 22 Mio. t ungebrannter Produkte entfallen auf die Hauptabnehmergruppe – das Baugewerbe – fast 11 Mio. t. Dieses Segment konnte um fast 17 % gegenüber dem Jahr 2005 zulegen. Überproportional gestiegen sind dabei die Mengen zum Einsatz im Straßen- und Wegebau. Das Wachstum betrug hier 17,2 %.
Auch die Lieferungen an die Baustoffindustrie sind mit fast 3 Mio. t gegenüber 2005 deutlich gestiegen. Weiterhin erfreulich ist die Entwicklung bei der Eisen- und Stahlindustrie. Über 3,3 Mio. t ungebrannter Erzeugnisse bedeuten ein Wachstum um fast 11 %.
Auch bei den gebrannten Erzeugnissen mit einem Gesamtmarktabsatz von 6,8 Mio. t ist die Entwicklung wesentlich durch einen der Hauptabnehmer, die Eisen- und Stahlindustrie, geprägt worden. An die Eisen- und Stahlindustrie konnten im Jahr 2006 mehr als 2,4 Mio. t Branntkalk geliefert werden. Das entspricht einem Zuwachs um 7,4 % gegenüber dem Vorjahr.
Auch die Lieferungen an die chemische Industrie konnten, wenn auch nicht in diesem Umfang wie bei der Stahlindustrie, zunehmen. Ein plus von 2,5 % deutet hier ein Gesamtliefervolumen von ca. 730 Mio. t.
Insgesamt konnten an alle industriellen Verbrauchergruppen fast 3,3 Mio. t Branntkalk verkauft werden. Der Zuwachs betrug 6,1 %.
Erfreulich ist auch die Situation im Bereich des Umweltschutzes. Fast 1,4 Mio. t Branntkalk bedeuten hier ein plus von 4,7 %. Bei leichten Rückgängen des Kalkeinsatzes in der Wasser- und Schlammbehandlung konnte das Gesamtergebnis vor allem durch den verstärkten Einsatz von Branntkalk in der Luftreinhaltung hergestellt werden. Für diesen Verwendungsbereich wurden fast 900.000 t, entsprechend ein Zuwachs um 9,5 %, verkauft.
Erstmals seit Jahren wieder positiv ist die Situation von Kalklieferungen an die Baustoffindustrie. An die Kalksandsteinindustrie wurden ca. 460.000 t Branntkalk verkauft, das entspricht einem Zuwachs von immerhin 7 %. In annähernd gleicher proportionaler Höhe gestiegen sind die Lieferungen an die Porenbetonindustrie. Für diesen Verwendungsbereich konnten 260.000 t Kalk hergestellt werden. Korrespondierend mit der Erholung im Bausektor ist auch der Kalkabsatz für die Mörtelindustrie gestiegen. Im Jahr 2006 konnten hierfür fast 170.000 t Kalk verkauft werden, entsprechend einem Zuwachs um 5,1 %.
Leider nach wie vor rückläufig sind die Lieferungen von Branntkalk in das Baugewerbe. Hier sind bei einem Volumen von deutlich unter 400.000 t fast 12 % weniger Produkte verkauft worden als noch im Jahr davor.
Leicht rückläufig sind auch die Lieferungen an die Land- und Forstwirtschaft. Mit ca. 100.000 t Branntkalk für diesen Bereich konnte das Ergebnis des Jahres 2005 knapp gehalten werden.
Die amtliche Aussenhandelsstatistik des Statistischen Bundesamtes in Wiesbaden zeigt auf, dass im Jahr 2006 mehr als 500.000 t Branntkalk nach Deutschland eingeliefert wurden. Fast 320.000 t hiervon stammen aus Lieferungen aus Frankreich. Dies entspricht fast einer Verdreifachung der Liefermengen aus diesem EU-Mitgliedsland.
Die deutsche Kalkindustrie hat ca. 960.000 t Kalk exportiert und damit das Ergebnis 2005 annährend eingestellt. Hauptexportland sind nach wie vor die Niederlande, die zweidrittel der gesamten Ausfuhrmengen Deutschlands aufnehmen.
08.03.2007dr.fu-kul