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10.02.2017
Digitaler Wandel ist Chefsache

Transformationsprozesse: Digitaler Wandel ist Chefsache

Das Internet – „nur ein Hype“? Wenn der Gedanke von Bill Gates, den er in den 90er Jahren äußerte, die Ausrichtung des Unternehmens bestimmt hätte, wäre Microsoft wohl kaum mehr als ein Nischenanbieter. Genauso wichtig ist es für Unternehmen heute, die Digitalisierung nicht als vorübergehenden Trend, sondern als fundamentale Veränderung zu begreifen.

Nur ein Fünftel der Firmen erreicht Transformationsziele

Die meisten Firmen fühlen sich allerdings nicht ausreichend auf den digitalen Wandel vorbereitet, wie eine Studie der Personalberatung Egon Zehnder in Zusammenarbeit mit der IW Consult zeigt. Auf einer Skala von 0 (schwach) bis 100 (stark) erreicht der digitale Wandel in deutschen Großunternehmen lediglich den Wert 53. Damit haben weniger als 20 Prozent der Unternehmen ihren selbst gesetzten Sollzustand bereits erreicht. Zwar gibt es durchaus Firmen, die alle ihre Vorstellungen umgesetzt haben, allerdings haben andere nicht einmal angefangen, sich in die angestrebte Richtung zu bewegen. Vergleichsweise schlecht läuft der digitale Wandel in den Bereichen Mitarbeiterkompetenzen, der Unternehmenskultur und der Unternehmensorganisation.

Wettbewerber werden unterschätzt

Bemerkenswert ist, dass die Entscheidungsträger den Nachholbedarf im eigenen Unternehmen zwar sehen, aber trotzdem glauben, schon weiter zu sein als ihr schärfster Konkurrent. So sind rund 38 Prozent der Chefs ihrer Ansicht nach den Wettbewerbern voraus, 46 Prozent liegen gleichauf und 17 Prozent schätzen ihre Wettbewerber als besser vorbereitet ein. Eine offene Frage bleibt, ob die Konkurrenten von (über)morgen bereits auf dem Wettbewerbsradar sind. Gerade in Zeiten des digitalen Wandels sind diese zuweilen „Game-Changer“, die Märkte komplett umkrempeln. Daraus können sich in Zukunft Gefahren ergeben.

Digitale Kompetenzen der Manager sind ausbaufähig

Weitere Ergebnisse der Studie zeigen, dass zumindest die grundsätzliche Haltung der Manager stimmt: Die Vorstände und Aufsichtsräte befassen sich auch privat mit Aspekten der Digitalisierung. Sie nehmen Risiken und Unsicherheiten in Kauf, sie verfügen über eine klare Vision für die digitale Transformation und sie beziehen bei Entscheidungen immer digitale Aspekte mit ein. Obwohl es sich dabei um einen persönlichen und daher weichen Faktor handelt, bestimmt die Haltung der Entscheider das Klima im Unternehmen – und das Klima ist gleichzeitig Orientierungshilfe und Motivator für die Mitarbeiter, die den digitalen Wandel (mit)tragen müssen. In der persönlichen Selbsteinschätzung der Manager zeigt sich aber auch, dass bei den Kompetenzen für die digitale Transformation noch Potenzial besteht: Nur rund die Hälfte der Entscheider ist der Ansicht, (eher) über die notwendigen digitalen Kompetenzen zu verfügen; ein weiteres Drittel ist in dieser Hinsicht unentschieden.