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21.04.2017
Kranke Mitarbeiter kosten Unternehmen Milliarden

Unternehmen mussten 2015 für die Löhne im Krankheitsfall erstmals mehr als 50 Milliarden Euro bezahlen. Mit medizinischer Prävention ließe sich zwar gegensteuern – der Aufwand dafür ist allerdings hoch.

Lohnfortzahlungen haben sich in zehn Jahren mehr als verdoppelt

Im Jahr 2015 haben die Arbeitgeber schätzungsweise 45 Milliarden Euro allein für die Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall aufgewendet. Das sind jene Leistungen, die der kranke Arbeitnehmer während der ersten sechs Wochen seiner Krankheit erhält, also das volle Bruttogehalt. Zusammen mit den 8,9 Milliarden Euro an Beiträgen zur Sozialversicherung mussten die deutschen Unternehmen 53,9 Milliarden Euro für ihre erkrankten Mitarbeiter aufwenden.

Richtig einordnen lässt sich diese Summe erst, wenn man sie mit den Ausgaben des Jahres 2006 vergleicht: Damals hatte Deutschland mit durchschnittlich 12,9 Arbeitsunfähigkeitstagen je Pflichtmitglied der Betriebskrankenkassen einen historisch niedrigen Krankenstand und entsprechend niedrig war auch der Posten Entgeltfortzahlung. Seitdem ist dieser Kostenblock jedoch kontinuierlich größer geworden – binnen eines Jahrzehnts um satte 114 Prozent.

Medizinische Prävention schafft nur bedingt Ausgleich

Diese Entwicklung wird häufig dem gestiegenen Krankenstand zugeschrieben. Tatsächlich aber gibt es noch andere Faktoren: Steigende Entgelte der Mitarbeiter führen – unter sonst gleichen Bedingungen – ebenfalls zu höheren Lohnfortzahlungen. Und: Die steigende Beschäftigung erhöht die Ausfalltage durch Krankheit auch dann, wenn das durchschnittliche Erkrankungsrisiko gleich bleibt.

Bleibt die Frage, wie viel man durch medizinische Prävention einsparen könnte. Würde die Zahl der durchschnittlichen Arbeitsunfähigkeitstage unter den aktuellen Beschäftigungs- und Entgeltverhältnissen von derzeit 17,3 wieder auf das Rekordtief von 12,9 Tagen gesenkt, läge das maximale Einsparpotenzial bei knapp 14 Milliarden Euro.