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24.03.2017
Neue Generation wird noch fordernder

Neue Generation wird noch fordernder

Im Durchschnitt bekommen deutsche Frauen 1,5 Kinder – zu wenige, um langfristig die Bevölkerung von gut 80 Millionen konstant zu halten. Und auch, wenn die Einwohnerzahl in der Bundesrepublik zuletzt durch die Zuwanderung deutlich gestiegen ist: Der Anteil junger Leute nimmt tendenziell immer weiter ab, während die Quote der älteren Semester steigt und steigt. Da die Berufseinsteiger als „knappe Ressource“ so stark nachgefragt sind, können sie oftmals ihre Wünsche und Vorstellungen durchsetzen.

Generationen unterscheiden sich deutlich untereinander

Dabei stehen die jungen Menschen im Fokus, wenn es darum geht, die Zukunftsaussichten einer Volkswirtschaft einzuordnen. Um zu verstehen, wie sie funktionieren, greifen Medien und Wissenschaft häufig auf das Konstrukt einer „Generation“ zurück: So folgte auf die Babyboomer die Generation X (Jahrgänge 1965 bis 1979). Diese wurde dann von der Generation Y (Jahrgänge 1980 bis 1994) abgelöst. Die neue Generation, als Generation Z bezeichnet (Jahrgänge 1995 bis 2009), ist die Gruppe junger Menschen, um die sich Unternehmer Gedanken machen sollten.

Studien des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln (IW) zeigen, dass sich viele beobachtbare Unterschiede zwischen der Generation X und Y in puncto Arbeitsleben durch die unterschiedliche Zusammensetzung beider Gruppen erklären lassen. So ist unter den „Ypsilonern“ die Erwerbsbeteiligung von Frauen deutlich höher – und damit beispielsweise auch die Teilzeitquote. Außerdem haben die Angehörigen der Generation Y oft höhere formale Bildungsabschlüsse als frühere Generationen.

Die Generation Z ist noch mal kleiner als frühere Generationen

Und was bedeutet all das für die Generation Z, die nun langsam auf den Arbeits- und Ausbildungsmarkt strömt? Zum einen hält der Trend zu höheren Bildungsabschlüssen unvermindert an: Heutige Berufseinsteiger haben deutlich häufiger ein Gymnasium und eine Hochschule besucht als frühere Generationenvertreter. Gleichzeitig wird die Erwerbsbeteiligung von Frauen aller Voraussicht nach weiter steigen – insbesondere dann, wenn die Vereinbarkeit von Familie und Beruf weiter verbessert wird.

Aktuell umfasst die Generation X annähernd 17 Millionen Menschen, die Generation Y besteht aus rund 15 Millionen und die Generation Z kommt lediglich noch auf gut 12 Millionen. Das Arbeitskräfteangebot wird sich noch weiter verknappen – mit der Folge, dass es jungen Leuten zunehmend leichter fallen wird, ihre Wünsche nach flexiblen oder geringeren Arbeitszeiten gegenüber Arbeitgebern durchzusetzen. Überspitzt formuliert könnte sich die Generation Z zu einer „Generation Wunschkonzert“ entwickeln. Denn den hochqualifizierten Akademikern der Generation Y gelingt die Durchsetzung der eigenen Vorstellungen in Bezug auf ihre Arbeitsverhältnisse vielfach schon heute; künftig dürften auch beruflich Qualifizierte ihre Ideen bezüglich der Arbeitsbedingungen besser verwirklichen können, denn für diese Personengruppe treten in letzter Zeit ebenfalls verstärkt Engpässe auf.

Unternehmen müssen flexibel auf Personal und Zuwanderer reagieren

Unternehmen und Politik können sich auf diese Entwicklungen einstellen: Denn wenn die vermeintlich einzigartigen Werte und Präferenzen jeder Generation vor allem demografisch bedingt sind sowie auf Veränderungen im Bildungs- und Erwerbsverhalten beruhen, dann können Personalverantwortliche und Bildungspolitiker damit umgehen – zum Beispiel mit einer individuellen lebensphasenorientierten Personalpolitik oder mit Maßnahmen, die der Verbesserung der Vereinbarkeit von Familie und Beruf dienen. Wenn Politik und Unternehmen es außerdem schaffen, Zuwanderer gut auf dem heimischen Arbeitsmarkt zu integrieren, können auch diese Menschen wirtschaftlich viel zu einer prosperierenden Volkswirtschaft beitragen.