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07.04.2017
Zuwanderer sichern Deutschlands Zukunft

Zuwanderer sichern Deutschlands Zukunft

In Deutschland ist Personal in MINT-Berufen (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik) seit Jahren knapp. Ohne die ausländischen Beschäftigten wäre die Fachkräftelücke sogar noch größer. Um die Lage zu verbessern, muss die Politik gezielter handeln.

Um die Chancen der Digitalisierung voll ausschöpfen zu können, sind die Unternehmen in Deutschland stärker denn je auf naturwissenschaftliche Fachkräfte angewiesen. Umso bedenklicher ist es, dass die Fachkräftelücke so groß ist wie nie zuvor: Im Oktober 2016 gab es im MINT-Bereich 212.000 mehr offene Stellen als verfügbare Arbeitskräfte – die Kluft ist damit um 9 Prozent gewachsen. Nur den ausländischen Mitarbeitern ist zu verdanken, dass sie nicht noch größer geworden ist. Von Ende 2012 bis Anfang 2016 ist die Zahl der beschäftigten MINT-Akademiker ausländischer Herkunft um 36 Prozent gestiegen, die ihrer deutschen Kollegen dagegen nur um 10 Prozent. Viele Facharbeiterberufe würden ohne ausländisches Personal gar keine Beschäftigungsgewinne mehr verzeichnen.

Ostdeutschen Bundesländern gehen die Fachkräfte aus

Auch wenn alle Regionen unter Personalmangel leiden, haben Landesteile, in denen der Anteil der ausländischen Kollegen an allen MINT-Beschäftigten bereits jetzt hoch ist, in Zukunft bessere Chancen, die Lücke zu schließen. Baden-Württemberg steht hier mit knapp 12 Prozent derzeit an der Spitze, es folgen das Saarland, Hessen und Bayern. Am Ende der Skala rangieren die fünf ostdeutschen Bundesländer. Auf lange Sicht ist das ein gravierendes Problem, denn dort sind bereits jetzt überdurchschnittlich viele Beschäftigte älter als 55 Jahre. Insofern kommt auch der Zuzug der Flüchtlinge dem MINT-Arbeitsmarkt zugute. Bis 2020 könnten zwischen 24.000 und 40.000 Flüchtlinge einen Arbeitsplatz in einem MINT-Beruf besetzen. Das Personalproblem lässt sich allein mit ihnen aber nicht lösen. Vielmehr braucht es eine gezielte Zuwanderungspolitik, um genügend ausländische Fachkräfte für Deutschland zu gewinnen.

Ausländische Facharbeiter kommen größtenteils aus Osteuropa

Bei den 435.000 MINT-Akademikern ausländischer Herkunft betrug der Anteil zuletzt mehr als ein Drittel, bei den knapp 1,2 Millionen zugewanderten beruflich qualifizierten Kräften waren es sogar rund 60 Prozent. In jüngster Zeit hat sich das Ranking der Herkunftsländer deutlich verschoben – zumindest bei den erwerbstätigen MINT-Akademikern. Zwischen 2005 und 2009 kamen die neu zugewanderten MINT-Experten vornehmlich aus China (6.100), Frankreich (3.600) und Russland (3.500). In den Jahren 2010 bis 2014 lagen jedoch Polen (8.400), Spanien (7.900) und Indien (7.500) vorn. Die wichtigsten Herkunftsländer neu zugewanderter MINT-Kräfte mit beruflichen Abschlüssen waren dagegen in beiden Zeiträumen Polen, Rumänien und Ungarn.