Karbonatisierung und Mineralisierung

Im Rahmen des AiF-Forschungsprojektes „ECO 2: Entwicklung des Kalksteinmehl-CO2-Waschverfahrens - Praxisoptimierung und ökologische Bewertung“ (AiF-IGF Nr. 18560N) wurde mit Hilfe einer halbtechnischen Demonstrationsanlage die CO2-Abscheidung an einem Kohlekraftwerk in Wilhelmshaven untersucht. Der CO2-Wäscher bildete dabei verfahrenstechnisch beschleunigt die natürlich ablaufende Karbonatverwitterung nach. Das CO2-Abgas wird innerhalb des Wäschers durch eine Kalksteinmehl-Wasser-Suspension geleitet, wodurch sich das CO2 in wasserlösliches Hydrogenkarbonat umbildet. Das erzeugte, mineralisierte Wasser kann anschließend direkt zur Gewässersanierung und Pufferung genutzt werden. Innerhalb des Projektes wurden zudem Langzeit-Simulationen zur Evaluierung der dauerhaften Speicherung des Kohlenstoffdioxids im Wasser und zu den chemisch-ökologischen Effekten auf Flora und Fauna durchgeführt. Das ECO-2-Verfahren trägt somit durch die Vermeidung von CO2-Emissionen zum einen zum Klimaschutz bei und zum anderen durch die Komponente der Gewässersanierung durch die Einleitung des mineralisierten Wassers zu Umweltschutz und Nachhaltigkeit.

Im geplanten Folgeprojekt ECO 3 soll mit diesem Verfahren eine nachhaltige Gewässersanierung der neuentstanden Tagebauseen in der Lausitz erfolgen. Ein Großteil dieser Seen zeichnet sich momentan durch einen erhöhten Säureeintrag aus dem umliegenden Gestein und sehr niedrige pH-Werte aus, was sowohl eine touristische als auch eine übliche Gewässernutzung unterbindet. Unser Kalksteinmehl-CO2-Waschverfahren ermöglicht es, die Seen mit Säurepuffer zu versorgen, eine nachhaltige Nutzung zu ermöglichen und dauerhaft CO2 als Hydrogenkarbonat einzubinden.