Arbeitssicherheit

4. FÜR UNS HABEN ARBEITSSICHERHEIT UND GESUNDHEITSSCHUTZ HÖCHSTE PRIORITÄT.

Das Wohlbefinden und auch die Gesundheit der Mitarbeiter können durch verschiedene Gefahrenquellen am Arbeitsplatz negativ beeinflusst werden.

Oftmals sind eine falsche Verhaltensweise der Beschäftigten oder Mängel auf der technischen und organisatorischen Ebene die Quellen für mögliche Gefährdungen. In der Kalkindustrie besitzen Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz seit jeher höchsten Stellenwert. In den Unternehmen werden große Anstrengungen unternommen, die Beschäftigten, aber auch Dienstleister, Fremdmitarbeiter und Zulieferer für die Belange der Arbeitssicherheit zu sensibilisieren und permanent zu sicherheitsbewusstem Verhalten am Arbeitsplatz anzuhalten.

Mit freundlicher Genehmigung BG RCI
Mit freundlicher Genehmigung BG RCI

GESUNDHEITSMANAGEMENT BEI SCHAEFER KALK

Der Arbeits- und Gesundheitsschutz hat bei SCHAEFER KALK einen hohen Stellenwert und wird ergänzt durch ein Gesundheitsmanagement, das Angebote zur Bewegung, Ernährung und Entspannung beinhaltet. Jedem Mitarbeiter stehen pro Jahr 200 Punkte zur Verfügung, die er in seine Gesundheit investieren kann. Dabei umfasst das Angebot vom Sportcheck über Jahreskarten für das Schwimmbad, Beteiligung am Jahresbeitrag für das Fitnessstudio, Besuch von Tanzkursen, Aquafitness oder Rückenschule auch kostenfreie Angebote wie Wanderungen, Radtouren oder Lauftreffs, organisiert von Kollegen für Kollegen. Neben den sportlichen Angeboten gibt es auch solche, die der Entspannung und gesunden Ernährung dienen. So bietet das Unternehmen regelmäßig Massagen am Arbeitsplatz und auch Koch- und Ernährungskurse an. Einmal in der Woche erhalten die Mitarbeiter außerdem kostenfrei frisches Obst. Zusätzlich zu den Angeboten, die SCHAEFER KALK seinen Mitarbeitern direkt macht, können diese weitere Maßnahmen auch über Volkshochschulen oder Krankenkassen in Anspruch nehmen. Die Kosten hierfür können ebenfalls über Gesundheitspunkte abgerechnet werden.

Die örtliche Feuerwehr prüft regelmäßig, ob alle Zufahrtswege freigehalten werden und die verschiedenen Ofenbereiche mit einer Drehleiter erreicht werden können

Unfälle bei der Arbeit sind nicht schicksalhaft – sie haben Ursachen. Durch rechtzeitige präventive Maßnahmen lassen sie sich verhindern (BG RCI, Vision ZERO).

Viele Betriebe konzentrieren sich zunehmend auf das Kerngeschäft und werden durch Fremdfirmen ergänzt. Diese stehen unter einem höheren zeitlichen und kommerziellen Druck, sodass dies Auswirkung auf die Qualität und die Arbeitssicherheit haben kann. Umso wichtiger sind die richtige Auswahl der Fremdfirmen und Freigabeprozesse zur Durchführung von Arbeitsaufträgen.

Beschäftigte sind für alle Unternehmen von immenser Bedeutung. Um die Gefahr von Unfällen, Verletzungen sowie Berufskrankheiten und somit auch die Ausfallzeiten auf ein Minimum zu reduzieren, wurden umfangreiche Maßnahmen im Bereich der Arbeitssicherheit und des Gesundheitsschutzes eingeführt. Diese folgen dem Prinzip der ständigen Verbesserung durch eine kontinuierliche Gefahrenanalyse, Formulierung von Zielen, Einführung von wirkungsvollen (Präventiv-)Maßnahmen, klar geregelten Verantwortlichkeiten, eine regelmäßige Überprüfung der Zielerreichung und Beurteilung der Effektivität der Maßnahmen. Weiterhin wird der Prävention von Unfällen besondere Bedeutung beigemessen. Hierunter fällt beispielsweise auch eine Erfassung von Beinah-Unfällen. Die erreichten Erfolge sind Ansporn zu weiteren Verbesserungen.

Viele Unternehmen haben ihre Arbeitsschutzmanagementsysteme von der Berufsgenossenschaft Rohstoffe und chemische Industrie (BG RCI) überprüfen lassen und wurden mit dem Gütesiegel „Sicher mit System“ ausgezeichnet.

Aufgrund des demografischen Wandels und der längeren Lebensarbeitszeit gewinnen Themen wie bspw. Bindung der Facharbeitskräfte, Erhalt der Beschäftigungsfähigkeit, Gesundheit und Wohlbefinden am Arbeitsplatz immer mehr an Bedeutung. Auch hier reagiert die Kalkindustrie frühzeitig mit Arbeitssicherheits- und Gesundheitsschutzmaßnahmen. Dazu zählen auch altersspezifische Tätigkeiten (z.B. weniger körperliche Arbeiten, Schichtarbeit), altersspezifische Ausstattung der Arbeitsplätze (z.B. Beleuchtung, Lärmminderung), altersgemischte Arbeitsteams, Altersteilzeit und Weiterbildungsmaßnahmen.

WAS IST EIN FREMDFIRMENMANAGEMENT?

In einem Fremdfirmenmanagement werden Vorgaben für alle Prozesse und Tätigkeiten verbindlich beschrieben, die zur Auswahl und Durchführung der Auftragsabwicklung durch Fremdfirmen erforderlich sind. Die Anforderungen an Fremdfirmen sind zu definieren, insbesondere alle Regelungen an Sicherheit, Gesundheitsschutz und Umweltschutz. Im Rahmen der Abwicklung von dienst- und werkvertraglichen Leistungen entstehen auf der Auftraggeberseite unternehmerische und rechtliche Anforderungen an die

  • Anweisungspflichten
  • Auswahlpflichten und
  • Überwachungspflichten

Der Auftraggeber ist dazu verpflichtet, Aufgaben klar zu definieren. Hieraus folgend hat er die Auswahlverantwortung für die fachlich und qualitativ geeignete Fremdfirma.

In der nachfolgenden schematischen Darstellung sind die Prozessschritte in der Abwicklung mit der Fremdfirma abgebildet.

Durch die Entwicklung einer Freigabestruktur sollen grundlegende Anforderungen und Voraussetzungen für die Durchführung der Arbeiten mit Kontraktoren definiert werden. Dies stellt eine ausbaufähige Basis mit Beispielen dar, die im Berufsalltag weiterentwickelt werden kann.

Mit ihren Anstrengungen möchte die Kalkindustrie folgende Ziele erreichen:

  • Senkung der Arbeitsunfälle und gesundheitlichen Belastungen der Beschäftigten, wodurch auch Fehlzeiten verringert werden
  • Verbesserung der Motivation der Beschäftigten durch Weiterbildung, aktives Einbeziehen bei der Festlegung von (Präventiv-)Maßnahmen und der Verbesserung von Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz
  • Verbesserung der Produktivität durch Wegfall oder Minimierung von Unsicherheiten bei der Arbeit und durch gesündere Mitarbeiter
  • Verbesserung des Ansehens als attraktiver und sicherer Arbeitgeber auf dem Arbeitsmarkt
  • Positiver finanzieller Effekt durch Senkung von unfallbezogenen Kosten

Neben den vielfältigen freiwilligen Maßnahmen der Werke zur Arbeitssicherheit und zum Gesundheitsschutz müssen eine Vielzahl von relevanten Rechtsvorschriften eingehalten werden. So unterliegen die Unternehmen der Kalkindustrie bspw. den strengen Vorschriften des Chemikalienrechts.

Zu nennen sind insbesondere die europäische REACH- und die CLP-Verordnung sowie die deutschen gefahrstoffrechtlichen Regelungen. Diese Vorschriften dienen nicht nur dem Verbraucherschutz, sondern leisten auch in den Betrieben einen entscheidenden Beitrag zur Verbesserung des Gesundheitsschutzes von Mitarbeitern, Lieferanten und Kunden.

FELS-WERKE ERHALTEN DEUTSCHEN ARBEITSSCHUTZPREIS

Für die „Kompaktierung von mineralischen Werktrockenmörteln zu Pellets“ wurde der Fels-Werke GmbH in der Kategorie „Technische Lösung, Großunternehmen“ 2015 der Deutsche Arbeitsschutzpreis verliehen.

Ausrichter der Auszeichnung sind das Bundesministerium für Arbeit und Soziales, der Länderausschuss für Arbeitsschutz und Sicherheitstechnik sowie die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung.

Weitere Informationen finden Sie unter Leitlinie 3.

LHOIST GERMANY RHEINKALK GMBH – GOLDMEDAILLENGEWINNER DES ARBEITSSICHERHEITSWETTBEWERBS

Arbeitssicherheit wird in der Kalkindustrie großgeschrieben. Die Unternehmen der deutschen Kalkindustrie sind davon überzeugt, dass nicht nur die in den letzten Jahren festzustellenden permanenten Verschärfungen von Arbeitsschutzbestimmungen zu einer deutlichen Verbesserung der Unfallsituation in den Betrieben geführt haben. Ihr eigener Anspruch und sicherlich auch der Arbeitssicherheitswettbewerb des BVK haben dazu beitragen können, die Mitarbeiter zu sicherheitsbewusstem Verhalten am Arbeitsplatz anzuhalten und dadurch das Unfallgeschehen in den Betrieben positiv zu beeinflussen.

Seit mittlerweile 46 Jahren wird beim BVK eine Unfallstatistik geführt und seit 1986 gibt es den Arbeitssicherheitswettbewerb. Auf der BVK-Mitgliederversammlung 2016 wurden die bestplatzierten Unternehmen der 29. Erhebung ausgezeichnet.

Vor Überreichung der Urkunden wurden diejenigen Betriebe besonders honoriert, die drei, fünf oder gar sieben Jahre Unfallfreiheit in Folge vorweisen konnten. Hierbei taten sich mit sieben Jahren Unfallfreiheit besonders das Werk Rheine und das Werk Salzhemmendorf der Lhoist Germany Rheinkalk GmbH hervor.

Die begehrte Urkunde in Gold für herausragende Ergebnisse und damit die verdiente Wertschätzung der gesamten Kalkindustrie für seine gelebte Arbeitssicherheit erhielt das Werk Hönnetal der Lhoist Germany Rheinkalk GmbH.

AUS DEM BETRIEBLICHEN ALLTAG BEI CALCIS

Die Arbeitssicherheit hat bei Calcis einen hohen Stellenwert. Daher lässt das Unternehmen seine Standorte regelmäßig von der Steinbruchs-Berufsgenossenschaft auf Einhaltung aller Vorschriften prüfen.

Das Unternehmen hat seine Arbeitssicherheit standardisiert und in sein Management- System integriert. Daher hat Calcis die Auszeichnung der Steinbruchs-Berufsgenossenschaft „Sicher mit System“ erhalten. Damit dieses System lebt, wird z.B. wöchentlich je eine Gefährdungsbeurteilung mit den Mitarbeiten durchgesprochen, und die Belegschaft wird bei jedem Mitarbeitertreffen zu speziellen Themen geschult.

Die Fa. Calcis betreibt an ihren Werksstandorten neben den vorgeschriebenen Vorsorgeuntersuchungen und der werksärztlichen Betreuung ein freiwilliges Gesundheitsmanagement. Im Rahmen der betrieblichen Gesprächsrunden werden jährlich Fachleute eingeladen, die z.B. zu Themen wie „gesunde Ernährung“ oder „Erhalt eines gesunden Bewegungsapparates“ referieren.

Die Fachleute machen einmal jährlich einen Betriebsrundgang, bei dem insbesondere auf typische Bewegungsabläufe an den jeweiligen Arbeitsplätzen geschaut wird. Diese typischen Bewegungsabläufe werden später in der Gesprächsrunde analysiert und Verbesserungen diskutiert.

Da sitzende Tätigkeiten einen erheblichen Anteil der anfallenden Arbeiten ausmachen, werden Trainingsmöglichkeiten in fachlich betreuten Instituten angeboten, bei denen die Firma 2/3 der Kosten übernimmt. Darüber hinaus besteht für jeden Mitarbeiter 1 x jährlich die Möglichkeit, in Einzelgesprächen spezielle persönliche Problematiken bezüglich der Ernährung oder der Bewegungssituation am jeweiligen Arbeitsplatz zu erörtern.

Wolfgang Pichl,
Stellvertretender Leiter der Prävention (Spartenprävention) bei der BG RCI (Berufsgenossenschaft Rohstoffe und chemische Industrie)

„Ich freue mich sehr, dass sich die deutsche Kalkindustrie mit der Unterzeichnung einer Kooperationsvereinbarung der Präventionsstrategie VISION ZERO der BG RCI verpflichtet fühlt. Die Kalkindustrie leistet bisher schon eine sehr erfolgreiche Sicherheitsarbeit, mit der Präventionsstrategie wollen wir gemeinsam neue Impulse im Arbeitsschutz setzen. Dabei bedeutet VISION ZERO nicht unbedingt 100 % Sicherheit, sondern vielmehr 100 % Sicherheitsbewusstsein.“

Die Kalkindustrie verpflichtet sich mit Leitlinie 4, Verantwortung für den betrieblichen Gesundheitsschutz und die Sicherheit ihrer Mitarbeiter am Arbeitsplatz zu tragen. Diese Verantwortung besitzt höchste Priorität und wird durch vielfältige (Präventiv-)Maßnahmen zur Minimierung von Unfall- und Verletzungsrisiken sowie Berufskrankheiten kontinuierlich unterstützt.

Unterstützungsfunktion des Bundesverbandes der Deutschen Kalkindustrie (BVK)

ARBEITSSICHERHEITSWETTBEWERB

Bereits seit 1986 gibt es in der Kalkindustrie einen Arbeitssicherheitswettbewerb, bei dem jährlich die Unternehmen mit den besten Ergebnissen hinsichtlich des Unfallgeschehens prämiert werden. Die Auszeichnung dient als besonderer Ansporn zu sicherheitsbewusstem Verhalten.

PRÄVENTIONSSTRATEGIE

Der BVK hat eine Kooperationsvereinbarung mit der BG RCI geschlossen, um einen Beitrag zum Gelingen der Präventionsstrategie „ VISION ZERO. Null Unfälle – Gesund arbeiten!“ und zur weiteren Verbesserung der Arbeitssicherheit in den Betrieben der Kalkindustrie zu leisten. In der Kooperationsvereinbarung werden in 12 Punkten konkrete Maßnahmen aufgezählt. Neben Verbesserungen bei Kommunikation und Information sollen insbesondere Führungskräfte weiter qualifiziert und motiviert werden. Außerdem werden unter anderem Betriebe bei der Nutzung vielfältiger Präventionsangebote, beim Erwerb des Gütesiegels „Sicher mit System“ und beim Gesundheitsmanagement unterstützt. Arbeitsschutz rechnet sich. Von einer verbesserten Arbeitssicherheit profitieren alle – die Mitarbeiter und die Unternehmen.