Nachwuchs und Mitarbeiter

5. WIR FÖRDERN NACHWUCHSKRÄFTE UND ENTWICKELN UNSERE MITARBEITER DURCH BETRIEBLICHE AUS- UND WEITERBILDUNG.

Der demografische Wandel stellt die Unternehmen der deutschen Kalkindustrie vor große Herausforderungen.

Der Nachwuchs wird weniger, sowohl die Zahl der jungen Menschen mit den für eine Berufsausbildung besonders relevanten Schulabschlüssen, wie z.B. mittlere Reife, als auch die Zahl an (hoch-)qualifizierten Fachkräften nimmt ab. Die Kalkbranche ist auf qualifizierte Mitarbeiter angewiesen, da in den unterschiedlichen Produktionsbereichen umfangreiche Kenntnisse und Fähigkeiten gefordert sind. Wer als Arbeitgeber hier planvoll vorgeht und sich engagiert, hat gute Chancen, leistungsbereite junge Kräfte für das eigene Unternehmen zu finden und dauerhaft an sich zu binden. Die Erfahrung zeigt, dass wer sich einmal für einen Beruf in der Kalkindustrie entschieden hat, in der Regel diesem Wirtschaftszweig treu bleibt.

Die Möglichkeit, selbstständig in die Fachkräftesicherung zu investieren, wird in vielen Fällen von den Unternehmen der Kalkindustrie wahrgenommen, indem die interne Qualifizierung, Aus- und Weiterbildung systematisch in die Personalentwicklung und den Arbeitsprozess integriert werden. Dabei steht die Verbesserung der Berufsorientierung von Jugendlichen in den Schulen ganz oben auf der Agenda. Wenn rechtzeitig Interessen entdeckt und gefördert werden und eventueller Förderbedarf erkannt wird, haben mehr Schüler die Möglichkeit, ohne Verzögerung eine Ausbildung zu beginnen. Die meisten BVK-Mitgliedswerke kooperieren mit den umliegenden Schulen: Sie laden Schulklassen ein, damit sie sich vor Ort über die Kalksteingewinnung und -veredelung informieren können und führen darüber hinaus gemeinsame Artenschutzprojekte durch. Im Rahmen von Messen, Ausbildungstagen, Girls Days und sonstigen Veranstaltungen in den Werken werden verschiedene Kalkberufe vorgestellt und junge Menschen für einen Einstieg in die Branche geworben. Auch die Zusammenarbeit mit den örtlichen Industrie- und Handelskammern ist ein wichtiges Element der Fachkräftesicherung.

Um akademischen Nachwuchs zu gewinnen und auszubilden, bieten die Unternehmen Praktika an, nehmen Werkstudenten an und vergeben praxisorientierte Bachelor- und Masterarbeiten. Eine enge Zusammenarbeit besteht mit der Technische Universität Clausthal (TUC), insbesondere mit dem Institut für Nichtmetallische Werkstoffe, das passgenau auf eine Karriere in der Kalkbranche vorbereitet und die einzelnen Protagonisten vernetzt.

Als Arbeitgeber attraktiv zu sein, ist nicht nur wichtig, um (potenzielle) Nachwuchskräfte zu werben, sondern auch, um die bestehenden Leistungsträger langfristig zu binden. Hierzu ist es notwendig, das persönliche und fachliche Entwicklungspotenzial der Mitarbeiter zu fördern. Grundlage dafür sind Mitarbeitergespräche, die in den Unternehmen der Kalkindustrie regelmäßig durchgeführt werden. Die hier gemeinsam entwickelten Stärken-Schwächen-Profile bewerten die Kompetenzen der Beschäftigten für beide Seiten transparent und dokumentieren diese. Gleichzeitig bilden sie die Grundlage für die Ermittlung von Weiterbildungsbedarf.

Aber nicht nur die zahlreichen Angebote im Bereich der Aus- und Weiterbildung sowie die stabilen Arbeitsbedingungen machen die Kalkindustrie als Arbeitgeber besonders attraktiv. Vielfach wird engagierten Mitarbeitern bereits in jungen Jahren Verantwortung übertragen, wodurch nicht nur die persönliche Motivation und die Identifikation mit dem jeweiligen Unternehmen gestärkt werden, sondern auch die Bindung an die gesamte Branche.

BETRIEBLICHE AUS- UND WEITERBILDUNG BEI SCHAEFER KALK

Die Ausbildung junger Menschen hat einen besonderen Stellenwert bei SCHAEFER KALK. Hierdurch will das Unternehmen zum einen den notwendigen eigenen Nachwuchs an Fachkräften sichern, bildet aber auch über den eigenen Bedarf hinaus aus, um Berufsanfängern die Chance auf einen qualifizierten Einstieg ins Arbeitsleben zu ermöglichen. Das Spektrum der Ausbildungsberufe umfasst Industriekaufleute, Industriemechaniker, Elektroniker für Betriebstechnik, Chemielaboranten, technische Produktdesigner und ganz neu auch die Ausbildung zum Verfahrensmechaniker Steine/Erden und Baustoffe, die die Auszubildenden besonders gut auf die Anforderungen der Kalkproduktion vorbereitet.

Im Zuge des demographischen Wandels hat die Ausbildung eigener Mitarbeiter nochmals an Bedeutung gewonnen und die Übernahmechancen für junge Mitarbeiter sind bei entsprechender fachlicher und persönlicher Eignung sehr gut. Neben der Betreuung der jungen Menschen durch erfahrene Ausbilder hat auch das Wirken der eigenen Mitarbeiter in den Prüfungsausschüssen der Handelskammern und weiteren ausbildungsrelevanten Gremien Tradition, wodurch eine gute Abstimmung der Ausbildungsinhalte mit den geforderten Fähigkeiten gewährleistet werden kann.

Eine Weiterqualifizierung erfolgt nach der Ausbildung im innerbetrieblichen Umfeld, durch externe Fortbildungen aber auch durch die Möglichkeit eines dualen Studiums.

Um junge Menschen für das Unternehmen zu begeistern, ihnen aber auch die Möglichkeit der beruflichen Orientierung zu geben, bietet SCHAEFER KALK regelmäßig Praktika für Schüler und Studenten an. Der Kalkhersteller ist regional auf verschiedenen Ausbildungsmessen vertreten und lädt die Schüler umliegender Schulen am „Tag der Ausbildung“ bei SCHAEFER KALK zu einer eigenen Informationsveranstaltung ein.

Durch die regelmäßige Teilnahme am Girls Day möchte das Unternehmen insbesondere auch junge Frauen auf interessante Berufsmöglichkeiten in der Kalkindustrie aufmerksam machen und bildet aktuell zwei weibliche Elektronikerinnen aus.

Ausbildungstage bei SCHAEFER KALK

Seit fast 60 Jahren wird eine Meisterausbildung im Bereich Zement- und Kalkproduktion angeboten, die Qualifizierung auf höchstem Niveau bietet: der Industriemeisterlehrgang Kalk/Zement. Der Abschluss wird bei der Industrie- und Handelskammer zu Düsseldorf erworben. Die kalkspezifischen Lehrgangsinhalte werden sowohl durch Mitarbeit des BVK im „Arbeitskreis Personalentwicklung der Industriemeister-Lehrgänge Kalk/Zement“ als auch durch Dozenten aus Unternehmen der Kalkindustrie sichergestellt. Bis März 2017 haben 644 Personen an 27 Industriemeister-Lehrgängen „Kalk/Zement“ mit Erfolg teilgenommen.

 

Iris Kremp,
Bereichsleiterin Weiterbildungsprüfungen und Projekte der Industrie- und Handelskammer zu Düsseldorf

INDUSTRIEMEISTERLEHRGANG KALK/ZEMENT

„Industriemeister Kalk- und Zement“ – ein Fortbildungsabschluss der IHK Düsseldorf, der der Branche gut qualifizierte und berufserfahrene Fachkräfte sichert und somit langfristig dem Fachkräftemangel vorbeugt. Die seit mittlerweile fast 60 Jahren durchgeführten Industriemeisterlehrgänge sind in verschiedene Lernabschnitte (Internatslehrgang und Fernunterricht) gegliedert und dauern insgesamt 18 Monate.

Die Industriemeister werden von den Betrieben bevorzugt, weil deren Werdegang seit der Schule konsequent mit Berufspraxis verbunden ist. Unternehmen schätzen Industriemeister mit IHK-Abschluss als Macher, Teamplayer und Entscheider. Teamfähigkeit, Fachkompetenz und Berufserfahrung – das schafft beste Perspektiven im Arbeitsleben. Industriemeister sind Bindeglied zwischen der kaufmännisch orientierten Geschäftsleitung, der Technik und dem Team. Sie sind verantwortlich für Arbeitsabläufe, Sicherheit und betriebswirtschaftliche Aspekte. Sie führen Personal und prägen als Ausbilder den Start junger Menschen ins Berufsleben. Bei Einkommens- und Arbeitsmarktperspektiven begegnen sich diese Fach- und Führungskräfte mit Akademikern auf Augenhöhe.

Die Kalkindustrie verpflichtet sich mit Leitlinie 5, den Fachkräftenachwuchs durch umfangreiche Angebote zur Berufsorientierung und zum beruflichen Einstieg zu sichern. Wir fördern bei unseren Mitarbeitern durch vielfältige Aus- und Weiterbildungsmaßnahmen deren persönliche und fachliche Kompetenzen, um als Arbeitgeber weiterhin attraktiv zu bleiben.

Unterstützungsfunktion des Bundesverbandes der Deutschen Kalkindustrie (BVK)

GESELLSCHAFTLICHE VERPFLICHTUNG

Das Thema „Kalk“ ist in allen Bundesländern im Lehrplan präsent, wie eine durch den BVK in Kooperation mit der Medien LB durchgeführte Lehrplananalyse ergeben hat. Daher betrachtet es der BVK als gesellschaftliche Verpflichtung, umfangreiche Wissensangebote zum Thema Kalk bereit zu stellen. Der Verband hält ein breites, kostenloses Informations- und Serviceangebot für die breite Öffentlichkeit und die verschiedenen Bildungseinrichtungen bereit – vom Kindergarten bis zur Hochschule (Unterrichtsmaterial, Filme, Ausstellungen, Equipment für Kalkversuche, Ausflugtipps).

FACHKRÄFTEREKRUTIERUNG UND -BINDUNG

Vor dem Hintergrund des demografischen Wandels hat der BVK verschiedene Maßnahmen zur Fachkräfterekrutierung und -bindung ergriffen. Der Verband ist im Internet und in den sozialen Netzwerken aktiv, um die Breite der Kalkanwendungen einem jungen Publikum auf unterhaltsame Weise näherzubringen.

Für den BVK-YouTube-Channel wurden inzwischen 17 Filme über unterschiedliche Berufsbilder der Branche produziert.

Die Facebook-Präsenz des Verbandes wurde an die Zielgruppe angepasst und lässt einen Austausch zu. Eine interaktive Broschüre auf der BVK-Website stellt branchenrelevante Ausbildungsberufe und Studiengänge vor und wird auf Wunsch unentgeltlich als Printprodukt auf dem Postweg versandt.

AUS- UND WEITERBILDUNGSANGEBOTE

Aus- und Weiterbildungsangebote des Verbandes für die Mitarbeiter in den Werken eröffnen neue Perspektiven, beispielsweise durch das Wissensnetzwerk Kalk – eine online-basierte Informations- und Qualifizierungsplattform auf Web 2.0-Basis – oder Lehrgänge zum/zur Industriemeister/ in Kalk/Zement in Kooperation mit dem VDZ (Verein Deutscher Zement werke e. V.) und der Industrie- und Handelskammer zu Düsseldorf. Mit verschiedenen technischen Hochschulen verbindet den Verband eine langjährige Partnerschaft.