Rohstoffversorgung

1. WIR SICHERN DIE ZUVERLÄSSIGE VERSORGUNG MIT KALK-, KREIDE- UND DOLOMITPRODUKTEN

Jeder Bundesbürger nutzt statistisch gesehen rund 5.500 Gramm ungebrannte und rund 250 Gramm gebrannte Kalkerzeugnisse pro Tag.

Die Mitgliedswerke des Bundesverbandes der Deutschen Kalkindustrie versorgen die deutsche Volkswirtschaft zuverlässig mit einer Vielzahl von Kalkprodukten – trotz einer Vielzahl von Herausforderungen.

Die Bedeutung des Rohstoffs Kalk belegen folgende Zahlen: Jeder Bundesbürger nutzt statistisch gesehen rund 5.500 Gramm ungebrannte und rund 250 Gramm gebrannte Kalkerzeugnisse pro Tag. Er bemerkt es im Allgemeinen nur nicht, da der mineralische Rohstoff in anderen Produkten verarbeitet und somit als Kalk nicht wahrgenommen wird. Kalk steht am Anfang zahlreicher Wertschöpfungsketten, z.B. in der Eisen- und Stahlindustrie, in verschiedenen Umwelttechnologien, in der Bauwirtschaft und Denkmalpflege, in der Chemischen Industrie – einschließlich der Pharmaindustrie –, in der Zellstoff- und Papierindustrie, in der Lebensmittelindustrie sowie auch in der Land-, Forst- und Teichwirtschaft.

Zahlen von 2016

EISEN- UND STAHLINDUSTRIE

Rund ein Drittel der gesamten Branntkalk-Produktion wird in die Eisen- und Stahlindustrie geliefert. Bei der Gewinnung von Eisen aus Eisenerz macht Kalk zunächst das Erz stückig und damit hochofentauglich. Im Hochofen befreit Kalk dann das flüssige Roheisen von störenden mineralischen Verunreinigungen. Bei der Stahlherstellung entfernt Kalk Kohlenstoff, Silizium, Phosphor und Mangan aus dem Rohstoff und bindet den Schwefel.

UMWELTSCHUTZ

Im Umweltschutz spielt Kalk eine entscheidende Rolle. Kalk senkt den Phosphatgehalt des Wassers. Dadurch wird eine Sauerstoffverarmung unserer Gewässer vermieden. Bei der Trinkwasseraufbereitung wird Kalk zur Enthärtung, Aufhärtung und Neutralisation verwendet und sorgt damit für eine gute Wasserqualität.

Mit Kalk lassen sich Klärschlämme neutralisieren, entgiften und entwässern, sodass diese als Düngemittel wiederverwendet werden dürfen.

Die Verbrennungsanlagen in Europa arbeiten zu mehr als 95 % mit Kalkprodukten. Diese werden zur Abgasreinigung eingesetzt, denn vor allem bei der Einbindung der sauren Schadgase hat sich Kalk als Mittel der Wahl erwiesen. Um Rauchgase aus Kraftwerken und Feuerungsanlagen zu entschwefeln, wird das Rauchgas in einem Wäscher mit einer Aufschlämmung von Kalkstein und Löschkalk besprüht. Der Kalk bindet den Schwefel, sodass daraus Gips entsteht, der z.B. in der Baustoffindustrie für die Herstellung von Trockenbauwänden eingesetzt wird.

Einen weiteren wesentlichen Beitrag zum Schutz der Umwelt leistet die Waldkalkung. Hierbei werden die über die Atmosphäre und den Regen in den Waldboden eingetragenen Säuren neutralisiert und die Humusqualität verbessert. Durch den Einsatz von kohlensaurem Magnesiumkalk wird die Widerstandskraft der Bäume gegen Schwermetallbelastungen, Rauchgas, Frost und Dürre gesteigert. Die Waldböden filtern das Niederschlagswasser. Die Kalkung schützt das Quell- und Grundwasser vor gelöstem Aluminium und Schwermetallen und verbessert somit das Trinkwasser.

Waldkalkung per Hubschrauber

BAUWIRTSCHAFT

Der älteste Kunde der Kalkindustrie ist die Bauwirtschaft. Zum Anmischen von Mörtel auf der Baustelle wird Kalk seit Jahrtausenden eingesetzt. Ein beliebter Baustoff ist der besonders dichte und stabile Kalksandstein, der aus Feinkalk und Quarzsand besteht. Seine herausragenden schallisolierenden Eigenschaften, gute Feuerfestigkeit, Maßgenauigkeit und sein angenehmes Wohnklima sind weitere Pluspunkte. Bei gleichen Grundzutaten entsteht durch die Zugabe von etwas Aluminium der Porenbeton. Er erzielt eine hervorragende Wärmedämmung bei geringem Gewicht und gleicht Feuchtigkeitsschwankungen aus. Beim Straßenbau stellt Kalk die Tragfestigkeit sicher und verleiht Stabilität.

CHEMISCHE INDUSTRIE

Die Chemische Industrie setzt Kalk für die Herstellung von anorganischen oder organischen Calciumverbindungen, als Reaktionsmittel bei chemischen Synthesen, zur Veränderung von pH-Werten, bei chemischen Umsetzungen, physikalisch-chemischen Aufbereitungsverfahren und zur Neutralisation ein. Kalk wird gebraucht bei der Herstellung von Glas, Soda, Kunststoffen, Alkoholen, Klebstoffen, Farben und Lacken. Auch für Kosmetika, Pharmazeutika und sogar etliche Lebensmittel, wie z. B. Zucker, wird er benötigt.

ZELLSTOFF- UND PAPIERINDUSTRIE

In der Zellstoff- und Papierindustrie werden Kalkprodukte u.a. als Füllstoff in der Papiermasse oder als Pigment in der Streichfarbe eingesetzt. Sie verleihen Papier höchste Weiße und Dichte, erhöhen das Volumen und verbessern Bedruckbarkeit und Lichtechtheit.

LAND-, FORST- UND TEICHWIRTSCHAFT

Kalk ist unentbehrlich für die Land-, Forst- und Teichwirtschaft und somit für fruchtbare Böden und gesunde Pflanzen. Düngekalk neutralisiert saure Böden und lockert die Ackerkrume auf. Bei der Tierhaltung sorgt Futterkalk für gesunden Knochenaufbau. Im Stall und in der Teichwirtschaft macht man sich die keimtötenden Eigenschaften von Kalk zur Durchführung von Hygienemaßnahmen zunutze.

AKDOLIT® PRODUKTE IN DER BETRIEBLICHEN PRAXIS

Das Rheinkalk-Werk Pelm der Lhoist-Gruppe hat sich auf die Produktion von Filtermaterialien für die Wasseraufbereitung spezialisiert. Unter der Marke Akdolit® findet sich ein einzigartiges Portfolio hochwertiger Produkte und Dienstleistungen, die individuelle Kundenanforderungen abdecken. Die maßgeschneiderten Lösungen werden ergänzt durch eine technische Unterstützung mit Vor-Ort-Versuchen, Laboranalysen, technischer Beratung und Service für logistische Prozessketten.

Akdolit®-Trinkwasserprodukte entsprechen den internationalen EU-Standards für Produkte zur Wasseraufbereitung und den Anforderungen der nationalen Trinkwasserverordnung.

Akdolit®-Produkte werden nicht nur im Trinkwasser eingesetzt, auch in der industriellen Prozesswasseraufbereitung sowie in der Schwimmbecken-Wasserbehandlung haben sie einen festen Platz. Das Produktportfolio umfasst die Bereiche Neutralisation, Filtration und Spezialanwendungen. Zur Neutralisation gehören die Entsäuerung, pH-Wert-Einstellung, Remineralisierung und Aufhärtung von weichen oder aggressiven Wässern sowie die Enthärtung und Entkarbonatisierung von harten Wässern. Für eine optimale Entfernung von Eisen, Mangan und anderen Verunreinigungen werden Produkte für die Ein- oder Mehrschichtfiltration angeboten.

Von der Kläranlage in Saudi-Arabien über den petrochemischen Betrieb in Südafrika bis zum Wasserwerk in Deutschland – die Lhoist Germany Rheinkalk GmbH ist mit ihrem Werk Pelm und der Marke Akdolit® eines der führenden Unternehmen im Bereich der Wasseraufbereitung.

NATÜRLICH HYDRAULISCHE KALKE FÜR DIE DENKMALPFLEGE

Für die Dauerhaftigkeit von Gebäuden ist die Qualität des verwendeten Mörtels von entscheidender Bedeutung – das wussten schon die alten Römer. Natürlich hydraulische Kalke (NHL) schlagen die Brücke von der Antike ins 21. Jahrhundert.

Ihre einmalige Zusammensetzung und das spezielle Brennverfahren verleihen ihnen die authentischen Eigenschaften historischer Kalkmörtel: als zementfreie Bindemittel ähneln Natürlich Hydraulische Kalke stark den vor der Industrialisierung verwendeten Baumaterialien. Ausgangsbasis ist ein spezielles tonhaltiges Kalkgestein, dessen Existenz am Standort in Großenlüder-Müs es den Zement- und Kalkwerken OTTERBEIN als einziges Unternehmen in Deutschland ermöglicht, NHL in der höchsten Festigkeitsstufe 5 für anspruchsvollste Aufgabenstellungen in der Denkmalpflege zu produzieren. Natürlich Hydraulische Kalke zeichnen sich dadurch aus, dass sie sowohl durch die chemische Reaktion mit Wasser als auch durch die Aufnahme von Kohlendioxid aus der Luft erhärten. Hierdurch weisen sie eine hohe Elastizität sowie einen kontinuierlichen, spannungsarmen Erhärtungsverlauf auf, wodurch Mauer- oder Putzschäden an historischen Gebäuden wirksam vermieden werden.

Durch diese besonderen Eigenschaften sind die Natürlich Hydraulischen Kalke gefragte Bindemittel in der Denkmalpflege und tragen entscheidend zum nachhaltigen Erhalt wertvoller historischer Bauwerke und Kulturdenkmäler, wie Schloss Neuschwanstein, dem Mariendom Hildesheim, dem Kolosseum in Rom oder der Grabeskirche in Jerusalem bei.

Schloss Neuschwanstein

Kalk reinigt, neutralisiert, stabilisiert, düngt, hygienisiert und vieles mehr.

Dank seiner vielfältigen Einsatzmöglichkeiten ist er ein unverzichtbarer Rohstoff in unserem täglichen Leben.

Wertschöpfungsstufe Ökonomische Herausforderungen
(Leitlinie 1)
Ökologische Herausforderungen
(Leitlinien 2, 3 und 6)
Soziale und gesellschaftliche Herausforderungen (Leitlinien 3, 4, 5 und 7)
  1. Vorkommen im Kalksteinbruch (Sprengung)
  • Qualitativ hochwertiges Vorkommen
  • Wirtschaftlichkeit
  • Behördliche Genehmigungen / Auflagen
  • Lärmemissionen
  • Erschütterungen
  • Staubemissionen
  • Biodiversität
  • Pflege der partnerschaftlichen Beziehungen zu den lokalen Gemeinden
  • Anforderungen der Anrainer nach:
    • Lärmschutz
    • Maßnahmen zur Minderung von Erschütterungen
    • Staubschutzmaßnahmen
    • Maßnahmen zur Minderung von Luftemissionen
    • Maßnahmen zum anrainerfreundlichen Transport
  • Arbeitssicherheit, Unfallmanagement und Gesundheitsschutz der Mitarbeiter
  1. Kalkstein
    (Abbau und Transport)
  • Wirtschaftlichkeit der Sachanlagen
  • Transportkosten
  • Reparatur- und Instandhaltungskosten von Großgeräten
  • Wasserhaltung
  • Behördliche Genehmigungen / Anlagen
  • Transport
  • Lärmemissionen
  • Staubemissionen
  • Abraum
  • Biodiversität
  1. Brech-, Wasch-, Sieb- und Klassiervorgang
  • Reparatur- und Instandhaltungskosten
  • Funktionalität und Wirtschaftlichkeit der Anlagen
  • Lärmemissionen
  • Staubemissionen
  • Abwasser
  1. Brennvorgang (Schachtofen, Drehrohrofen)
  • Brennstoffkosten
  • Kosten für Luftreinhaltungsmaßnahmen
  • Behördliche Genehmigungen / Auflagen
  • Energieverbrauch
  • Luftemissionen
  • Lärmemissionen
  • Staubemissionen
  1. Weiterverarbeitung zu Feinkalk, hydraulischem Kalk, Kalkhydrat und Kalkmilch
  • Wirtschaftlichkeit
  • Qualitätssicherung
  • Behördliche Genehmigungen / Auflagen
  • Energieverbrauch
  • Luftemissionen
  • Lärmemissionen
  • Staubemissionen

Die Kalkindustrie steht am Beginn zahlreicher Wertschöpfungsketten. Hinsichtlich einer zuverlässigen Versorgung der weiterführenden Industrien und der Gesellschaft mit Kalkprodukten ist sie mit vielfältigen Herausforderungen konfrontiert. Diese sind insbesondere

  • Planungs- und Genehmigungsrisiken
  • das endliche Vorkommen angesichts konkurrierender Bodennutzungen
  • der Abbau, verbunden mit einem Eingriff in die Natur
  • die gesellschaftliche Akzeptanz der Geschäftstätigkeit
  • die Gewinnung, Weiterentwicklung und Bindung von qualifiziertem Personal
  • die Stagnation des Wertes mineralischer Rohstoffe
  • Umsatzrisiken (z.B. durch die Dekarbonisierung der Stromerzeugung)
  • die verschärften gesetzlichen Regulierungen und behördlichen Auflagen
  • die Stärkung und Bewahrung des Industriestandortes Deutschland

ENDLICHES VORKOMMEN

Kalk kann in der Regel nur dort gewonnen werden, wo er bis an die Erdoberfläche reicht, qualitativ hochwertig und leicht zugänglich ist. Der dauerhafte Zugang zum Rohstoff in erreichbarer Nähe der Werke stellt die Betriebsgrundlage der Mitgliedsunternehmen dar. Die zur Kalkstein- und Kalkproduktion erforderlichen hohen Investitionen für Grunderwerb, geologische Untersuchungen, aufwendige Genehmigungsverfahren und die Errichtung moderner, umweltverträglicher Anlagen sind nur vor dem Hintergrund langfristiger Perspektiven möglich. Rohstoffsicherheit bedeutet dabei, dass die Flächen für die Rohstoffgewinnung in den jeweiligen raumordnerischen Plänen (Regionalpläne, Flächennutzungspläne etc.) ausgewiesen werden. Erst dadurch erhalten die Unternehmen Planungs- und Investitionssicherheit. Da die Abbauflächen oft mit anderen Flächennutzungen – Landwirtschaft, Naturschutz, Infrastruktur oder Siedlungsbau – konkurrieren, wägen die Genehmigungsbehörden alle anstehenden Interessen gegeneinander ab, bevor sie die Stätte für den Abbau freigeben. Ist die Stätte für den Abbau freigegeben, muss der Betreiber eine Vielzahl von Gesetzen, Verordnungen und Verwaltungsvorschriften beachten.

EINGRIFF IN DIE NATUR

Der Abbau des Rohstoffs ist mit einem Eingriff in die Natur verbunden, daher wird jedes Vorkommen durch sorgfältige Abbauplanung und möglichst vollständige Verwertung optimal genutzt. Dabei gilt: „So viel wie nötig und so wenig wie möglich“. Durch einen kontinuierlichen Ausbau von ressourceneffizienten Gewinnungs- und Verarbeitungsmethoden soll die Umwelt so gut wie möglich geschont werden (siehe Leitlinie 2). Hierbei setzt die deutsche Kalkindustrie auf Innovationen, um die steigenden gesetzlichen Anforderungen einhalten zu können, neuartige, auf spezielle Kundenanforderungen zugeschnittene Produkte anzubieten und mithilfe neuer Technologien zur Optimierung der Energie- und Ressourceneffizienz beizutragen (siehe Leitlinie 3). Weiterhin verfolgt die Kalkindustrie im Austausch mit den zuständigen Behörden, Kommunen, Naturschutzverbänden und betroffenen Nachbarn eine vorausschauende Planung von Abbau, Naturausgleich und Folgenutzung, um während und nach ihrer Tätigkeit wertvolle Lebensräume für Pflanzen und Tiere zu schaffen (siehe Leitlinie 6).

GESELLSCHAFTLICHE AKZEPTANZ

Innovationen dienen auch dazu, mögliche Beeinträchtigungen für die Anrainer weitestgehend zu minimieren (siehe Leitlinie 3). Ein gutes Verhältnis zu den Anrainern ist allen Kalkwerksbetreibern wichtig. So werden große (finanzielle) Anstrengungen unternommen, um eine aktive Unterstützung der nachhaltigen Entwicklung der Gemeinden voranzutreiben, als guter Nachbar lokale Unternehmensaktivitäten transparent und effektiv zu gestalten und Belastungen für die Anwohner gering zu halten und – wenn möglich – ganz zu eliminieren (siehe Leitlinie 7). Hierzu gehören vielfältige Maßnahmen zum Dialogprozess, Staubschutz, Lärmschutz, zur Minderung von Erschütterungen, zum Abraummanagement sowie zum umwelt- und anrainerschonenden Transport.

QUALIFIZIERTES PERSONAL

Neben der Rohstoffsicherung, Ressourcenschonung und der guten Nachbarschaft sind für den Abbau und die Verarbeitung von Kalk die Mitarbeiter ein entscheidender Erfolgsfaktor. Umso wichtiger ist es, attraktive Arbeitsbedingungen zu bieten, um bestehendes Personal zu binden und Nachwuchskräfte zu gewinnen (siehe Leitlinie 5). Des Weiteren hat die Befolgung von Arbeitssicherheitsvorschriften zum Arbeits- und Gesundheitsschutz der Mitarbeiter höchste Priorität in den Mitgliedswerken. Durch den Ausbau umfassender Instrumente im Arbeits- und Gesundheitsschutzmanagement sowie Unfallmanagement können notwendige Maßnahmen schnell identifiziert und eingeleitet werden (siehe Leitlinie 4).

MINERALISCHE ROHSTOFF GEWINNUNG IM EINKLANG MIT MENSCH UND NATUR

Der Rohstoffabbau von Kalkstein und die Herstellung von Kalkprodukten unterliegen heutzutage einer Vielzahl von europäischen und nationalen Vorschriften, Gesetzen, Verordnungen, Richtlinien, technischen Normen und sonstigen Bestimmungen.

Die gewissenhafte Einhaltung dieser Vorschriften hat nicht nur aus Gründen der Compliance, sondern aus Überzeugung in der Kalkindustrie oberste Priorität. In Verantwortung für die eigene Region sehen es die Unternehmen als ihre besondere Verpflichtung an, über die vom Gesetzgeber gesetzten hohen Standards hinaus den Abbau und die Produktion so zu gestalten, dass Beeinträchtigungen so gering wie möglich gehalten werden und nachhaltig ein besonderer Mehrwert für Mensch und Umwelt entstehen kann. Beispiele dafür sind:

  • die Reduzierung von CO2-Emissionen (EU-Emissionshandel)
  • der Ausbau erneuerbarer Energien (Erneuerbare-Energien-Gesetz EEG)
  • die weitere Verschärfung von Grenzwerten und Messverpflichtungen bei den Luftemissionen (Technische Anleitung Luft – TA Luft)

 

 

IWW Rheinisch-Westfälisches Institut für Wasser
Beratungs- und Entwicklungsgesellschaft mbH
Moritzstr. 26, D-45476 Mülheim an der Ruhr

Dipl.-Ing. Dr. Dieter Stetter

Bereichsleiter Wassertechnologie

Reines Trinkwasser gehört zu den wichtigsten Grundbedürfnissen der Menschen, in Deutschland stellt es eines der am strengsten kontrollierten Lebensmittel dar. Kalkprodukte spielen eine nicht unwesentliche Rolle bei der Aufbereitung von Trinkwasser. Bei der Aufbereitung von zu sauren, weichen Rohwässern werden damit der pH-Wert angehoben und die Härte etwas erhöht, damit das Trinkwasser möglichst nicht zum Auftreten von Korrosionsschäden (an Rohrleitungen, Wasserspeichern, …) beiträgt. Eine große Härte des Wassers hat wiederum wesentlichen Einfluss auf die zu verwendende Waschmittelmenge und auf die Reinigungskosten von sämtlichen Warmwasserbereitern (Wasserkocher, Kaffeemaschinen, Waschmaschinen etc.), da sich beim Erhitzen Calciumcarbonat (Kalkstein) als fester Belag auf der Oberfläche bildet. Diese Kalkablagerungen können nur mit Säuren aufgelöst werden, um die Effizienz wiederherzustellen. Eine Enthärtung von Trinkwasser mit sehr hoher Härte von z.B. 23° dH auf z.B. 13° dH kann die Kosten für den Energie- und Chemikalieneinsatz um ca. 110 Euro/a je Haushalt senken und vor allem den Zeitbedarf für das Putzen verringern.

Die deutsche Kalkindustrie hat eine Vielzahl von speziellen, hochreaktiven und sehr reinen Kalkprodukten entwickelt, mit denen man – dies erscheint zunächst etwas paradox – z.B. durch Kalkhydrat die Härte mit zentralen Enthärtungsanlagen in Wasserwerken senken kann. Das IWW Zentrum Wasser war gemeinsam mit der Kalkindustrie in Projekten mit Fragen der Messung und Bewertung der Kalkmilchqualität, der Optimierung der Dosierung und der Verbesserung der Apparate für die Enthärtungsverfahren beschäftigt. Fragen Sie immer bei dem für Sie zuständigen Wasserversorger nach der aktuellen Härte des gelieferten Trinkwassers und befolgen Sie z.B. die Waschmitteldosierempfehlung der Maschinenhersteller!

Das beim Enthärtungsprozess im Wasserwerk anfallende Calciumcarbonat wird mit tatkräftiger Unterstützung der Kalkindustrie für vielfältigste Anwendungen (Füllstoffe, Schlackebildner, Dekorativstreu etc.) wieder eingesetzt und schont so die natürlichen Ressourcen.

Die Kalkindustrie verpflichtet sich mit Leitlinie 1, den vielfältigen Herausforderungen erfolgreich zu begegnen und als ein verlässlicher Partner verantwortungsvoll zu agieren. Auch zukünftig wird unter Berücksichtigung ökonomischer, ökologischer und sozialer Ziele die zuverlässige Versorgung unserer Kunden mit Kalkerzeugnissen gesichert. Um nachhaltig wirtschaften und in die Zukunft investieren zu können, ist eine gute Ertragskraft der Unternehmen der deutschen Kalkindustrie unverzichtbar.

Unterstützungsfunktion des Bundesverbandes der Deutschen Kalkindustrie (BVK)

Der Bundesverband der Deutschen Kalkindustrie ist die Vertretung der Unternehmen der Kalkindustrie in Deutschland gegenüber Politik, Behörden, Gewerkschaften, NGOs, Presse und der breiten Öffentlichkeit.

Er sieht seine Hauptaufgabe in der Information und Beteiligung an der politischen, wirtschaftlichen und technischen Meinungsbildung in Deutschland und Europa und der Einflussnahme auf die Gesetzgebung, um die Interessen der Kalkindustrie wirkungsvoll zu vertreten und die Produktionsmöglichkeiten in Deutschland zu erhalten.

Aber auch der fachliche und technische Austausch innerhalb der Industrie zählt zu den Aufgaben des BVK. Hierzu unterhält er eine Reihe von Arbeitskreisen und Arbeitsgemeinschaften, die über den Verband betreut und aus Vertretern der Industrie, aber auch der Wissenschaft oder anderen Organisationen gebildet werden.

Über eine eigene Forschungsgemeinschaft (Forschungsgemeinschaft Kalk und Mörtel e.V., im Folgenden kurz FG) forscht der Verband im Auftrag der Industrie, der Anwender und der Behörden zu den Themen Kalk im Umweltschutz, Herstellung von Kalk und entsprechender Verfahrenstechnik sowie Baustoffe und Straßenbau praxisbezogen und mit konkreten Lösungsvorschlägen. Forschungsvorhaben, welche mit den Mitteln des Bundesministeriums für Wirtschaft über die AiF (Arbeitsgemeinschaft industrieller Forschungsvereinigungen „Otto von Guericke“ e.V.) gefördert werden, dienen in Form von Forschungsberichten einem wachsenden Kreis von Firmen als Grundlage neuer eigener Entwicklungen. So ist beispielsweise der Einsatz von Kalk zur Rauchgasreinigung in Kraftwerken und Müllverbrennungsanlagen direkt durch diese Forschung begründet.

Die FG arbeitet in enger Zusammenarbeit mit Universitäten, Hochschulen und anderen Forschungsinstituten.

Darüber hinaus bietet die FG Beratung in allen analytischen und verfahrenstechnischen Fragen für die Mitgliedswerke.

Der BVK ist präsent in den Spitzenorganisationen der deutschen Wirtschaft, um bei allen für die Kalkindustrie relevanten Fragen bereits im Vorfeld in die Verbände- und Industriediskussion eingebunden zu sein.

In Deutschland ist insbesondere der Bundesverband Baustoffe Steine und Erden e.V. (BBS) zu nennen als gemeinsame wirtschafts- und industriepolitische Interessenvertretung von 16 Einzelbranchen. Über den BBS ist der BVK auch direkt in den für die Kalkindustrie relevanten Ausschüssen und Arbeitskreisen des BDI vertreten. Dies betrifft in erster Linie die wichtigen Politikfelder Energie- und Klimapolitik, Strom- und Energiesteuern, Anlagensicherheit, Chemikalienrecht, Luftreinhaltung, Rohstoffsicherung und Rohstoffabbau aber auch technische und normative Regelungen.

Die Vertreter des BVK pflegen auch einen engen Kontakt zu den nationalen Behörden und NGOs, um als Experten für Kalk das notwendige Sachwissen zur Kalkindustrie, ihren Produkten und Anwendungen zu vermitteln.

Beispielsweise geben wir bei Gesetzgebungs- und Verordnungsverfahren sowie regionalen Planungsverfahren Stellungnahmen für die Industrie ab oder werden als Sachverständige und Betroffene bei Anhörungen des Bundestages oder von Landtagen hinzugezogen.

Unseren Werken und der Öffentlichkeit stellen wir umfangreiches Informations- und Bildungsmaterial zu verschiedenen Themen zur Verfügung.

Mitarbeiter des BVK arbeiten in normgebenden Fachausschüssen des DIN, CEN und der FGSV (Forschungsgesellschaft für Straßen- und Verkehrswesen e.V.) mit.

Auf europäischer Ebene werden die Interessen der deutschen Kalkindustrie von der European Lime Association (EuLA) und der Industrial Minerals Association (IMA-Europe) vertreten. Auch hier ist der Verband mit seinen Mitarbeitern und Industrievertretern in den Arbeitsgremien vertreten.

Auf internationaler Ebene arbeitet der BVK im Rahmen der International Lime Association (ILA) eng mit Partnern aus anderen Ländern zusammen. Darüber hinaus ist das Generalsekretariat der ILA seit dem Jahre 2011 dauerhaft beim BVK in Köln angesiedelt.