Umwelt und Artenvielfalt

6. WIR SIND DER UMWELT VERPFLICHTET UND SCHAFFEN BIOLOGISCHE VIELFALT.

Die Gewinnung mineralischer Rohstoffe stellt notwendigerweise einen Eingriff in die Natur dar.

Umweltthemen, die hierbei im Fokus der Kalkindustrie stehen, umfassen die Energieeffizienz und Reduzierung von Treibhausgasemissionen, die Flächennutzung und biologische Vielfalt sowie lokale Umwelteinflüsse, wie bspw. Luft-, Lärm- und Staubemissionen sowie das Wassermanagement. Die Kalkindustrie fördert mit ihren vielfältigen Projekten und Maßnahmen den Umweltschutz und die biologische Vielfalt.

ENERGIEEFFIZIENZ UND KLIMASCHUTZ

Die Kalkindustrie als energieintensive Branche verwendet seit Jahren große Anstrengungen darauf, den Energieeinsatz für den Produktionsprozess soweit wie möglich zu optimieren und den Ausstoß von Treibhausgasemissionen zu reduzieren (siehe hierzu vertiefend Leitlinie 2). Neben Investitionen in neue Öfen, innovativen Maßnahmen sowie Forschung und Entwicklung wird kontinuierlich nach Verbesserungsmöglichkeiten gesucht. Einige Unternehmen der deutschen Kalkindustrie sind inzwischen dabei, Umweltmanagementsysteme einzuführen und sie neutral zertifizieren zu lassen. Dabei orientieren sich die Unternehmen am sog. PDCA-Zyklus, d.h. Festlegung von Umweltzielen und Verfahren, mit denen die Ziele erreicht werden (Plan), Umsetzung der festgelegten Verfahren und Prozesse (Do), Überwachung der Wirksamkeit der Prozesse (Check) und bei Nicht-Erreichung der Ziele Optimierung der Prozesse und Verfahren (Act).

FLÄCHENNUTZUNG UND BIOLOGISCHE VIELFALT

Die Erschließung einer neuen Abbaustätte oder die Erweiterung einer bestehenden Abbaustätte sind mit einem aufwändigen Genehmigungsverfahren gemäß den rechtlichen Bestimmungen verbunden. Diese umfassen Umweltverträglichkeitsprüfungen und ggf. Biodiversitätsanalysen. Die Folgen der Eingriffe in die Natur beim Abbau von Rohstoffen lassen sich mit einer sensiblen Planung von Abbau, Naturausgleich und Folgenutzung minimieren. Die Kalkwerksbetreiber stellen rechtzeitig Ersatzquartiere bereit, wenn die Abbauzonen verlagert werden, renaturieren und rekultivieren bereits während der Gewinnung und führen Ausgleichsmaßnahmen durch. Grundlegend für einen umweltverträglichen Abbau sind die enge Zusammenarbeit mit den zuständigen Behörden und Kommunen, dem amtlichen und ehrenamtlichen Naturschutz sowie die umfassende Information der Anrainer.

Doch die Rekultivierung und Renaturierung der Abbaustätten kann auch die biologische Vielfalt fördern. Das freigelegte Kalkgestein hält Quartiere jeder Größe bereit für Fledermäuse, Vögel und Insekten. Durch den Abbau im Steinbruch entstehen dynamische Entwicklungszonen für Fauna und Flora von hohem ökologischem Wert. Steinbrüche sind gekennzeichnet durch eine hohe Lebensraumvielfalt sowie eine enge räumliche Verzahnung unterschiedlichster Lebensräume. Das Leben kann sich durch den geringen Besucher- und Freizeitdruck ungestört entfalten. Oft dienen Steinbrüche als Ausbreitungsinseln für Tier- und Pflanzenarten und übernehmen Korridorfunktionen in Biotop-Verbundsystemen. Viele Tiere und Pflanzen, die sich im Laufe der Evolution auf die rasche Besiedlung von Gebieten spezialisiert haben, sind heute vom Aussterben bedroht. Für sie stellen noch aktiv genutzte Abbaustätten oftmals die einzigen Rückzugsgebiete dar.

Die durch den Abbau entstehenden Biotope wandern aufgrund der räumlichen Änderungen der Abbaubereiche mitsamt ihren Tieren und Pflanzen über die Abbaustätte hin und her. Solche Wanderbiotope ermöglichen die Entwicklung einer enormen Artenvielfalt. So sind seltene Amphibienarten wie die Gelbbauchunke, die Kreuz- und die Wechselkröte zum Laichen auf sonnenexponierte, weitgehend unbewachsene, temporäre Flachgewässer angewiesen, ein Lebensraum, der im Laufe des Abbaus innerhalb kürzester Zeit entstehen kann, beispielsweise durch die Fahrspuren der Schwerkraftwagen.

Auf den ersten Blick wirken die nach dem Abbau entstandenen Magerstandorte recht karg, sie bilden jedoch einen wichtigen Lebensraum für schützenswerte Tiere wie Zauneidechsen, Wildbienen, Schmetterlinge, Libellen und Ödlandschrecken. Auch seltene Pflanzen, wie Orchideen oder die Küchenschelle, finden hier ihre ökologische Nische. Sie sind aufgrund ihrer hohen Toleranz gegenüber Trockenheit und Nährstoffmangel in der Lage, einen Lebensraum zu erobern, der anderen Pflanzen verschlossen bleibt. Der Mensch profitiert von den dort vorkommenden Heilkräutern, wie z.B. Arnika.

Ein Kalksteinbruch würde, sich selbst überlassen, mehr und mehr verbuschen. Nur die Durchführung geeigneter Pflegemaßnahmen kann den Kalktrockenrasen mit seinen wertvollen Pflanzen- und Tierbeständen erhalten. Schafe sind nützliche Helfer, um Offenstandorte zu bewahren.

VERTRAGSNATURSCHUTZ

Die Grundlage der wirtschaftlichen Tätigkeit der Mitglieder der deutschen Kalkindustrie besteht aus dem Vorhandensein und der Nutzung hochwertiger Kalksteinlagerstätten, die in unterschiedlichen Zeitabschnitten der Erdgeschichte abgelagert worden sind. Diese Lagerstätten sind zum einen nicht vermehrbar, zum anderen sind sie nicht umsetzbar. Die Kalkindustrie ist daher standortgebunden und muss mit den vorliegenden Rahmen- und Umweltbedingungen des jeweiligen Standortes klarkommen.

Das bedeutet ab Beginn jeder wirtschaftlichen Tätigkeit einen hochsensiblen Umgang mit diesen Rahmen- und Umweltbedingungen. Am Anfang der Kalkproduktion steht die Gewinnung, die Abgrabung in einem übertägigen Steinbruch. Obwohl eine untertägige Gewinnung von Kalkstein ökologisch eine interessante Variante mit vielen Vorteilen darstellen kann, spielt sie in der Bundesrepublik Deutschland eine untergeordnete Rolle, und es wird daher in den nachfolgenden Ausführungen nicht näher darauf eingegangen.

Ein Steinbruch ist zunächst ein Eingriff in Landschaft und Natur und verändert die vorhandene Kulturlandschaft mit lange gewachsenen Strukturen wie Geländeform, Nutzung, Wegeverbindungen und Sichtbeziehungen.

Damit verbunden ist ein Genehmigungsprozess, der unterschiedlich lange Zeit in Anspruch nehmen kann. In diesem Genehmigungsprozess werden die unterschiedlichen Schutzgüter betrachtet und abgewogen. Gemäß der naturschutzfachlich vorgegebenen Hierarchie der Eingriffsregelung werden zunächst Vermeidungsmaßnahmen geprüft, was z.B. einen partiellen Abbauverzicht oder Umplanung von Abgrabung, Anschüttung oder Verlegung betrieblicher Infrastruktur bedeuten kann.

Ist der Eingriff Steinbruch unvermeidbar, werden in einem nächsten Schritt Ausgleichsmaßnahmen festgesetzt. Hierunter fallen etwa klassische Maßnahmen wie externe Aufforstung, Anlage von Gehölzstrukturen im Umfeld des Steinbruches, Anlage von Kleingewässern im Betriebsgelände, Durchführung von Pflegemaßnahmen oder auch zunehmend in Umsetzung der europäischen Wasserrahmenrichtlinie die naturnahe Gestaltung von Still- und Fließgewässern.

Die Durchführung von solchen Ausgleichsmaßnahmen wird i.a.R. nicht auf Betriebsflächen stattfinden können, es werden zusätzlich zu den Abgrabungsflächen externe Ausgleichsflächen benötigt. Im Zuge einer immer intensiveren Landnutzung in Deutschland wird es dabei für den Steinbruchbetreiber immer schwerer, zu finanziell annehmbaren Konditionen zusätzliche Flächen dauerhaft zu sichern.

Daher wird das Instrument des Vertragsnaturschutzes, auch zusammenfassend Ökokonto genannt, immer bedeutsamer. Die Rechtsgrundlage hierzu bildet der § 3 des Bundesnaturschutzgesetzes, in welchem die im Gesetz formulierten Ziele des staatlichen Naturschutzes auch mittels vertraglicher Vereinbarungen erreicht werden können. Umgesetzt werden diese abstrakten Forderungen dann auf der Ebene der Landschafts- oder Landschaftsrahmenpläne der jeweils verantwortlichen öffentlichen Körperschaft.

Im Rahmen eines öffentlich-rechtlichen Vertrages können Leistungen, die zur Erreichung dieser Ziele notwendig sind, auch von Unternehmen übernommen werden. Diese Leistungen werden dann als sog. Ökopunkte angerechnet und auf einem fiktiven Guthabenkonto gutgeschrieben. Ein sog. Ökokonto wird dann umso interessanter, wenn sich gleichartige Zielsetzungen zwischen Steinbruchbetreiber und den jeweils zuständigen Naturschutzbehörden ergeben. Das ist z.B. der Fall, wenn Betriebsflächen an geschützte Bereiche angrenzen. Diese Nachbarschaft muss nicht immer Konflikte auslösen, sondern hier kann es durchaus Sinn machen, zu kooperieren.

Ebenso sind forstwirtschaftlich genutzte Flächen sehr gut geeignet, da hier langfristige Entwicklungsziele, wie eine naturnahe Waldumwandlung zur Förderung standortgerechter Mischwälder, gezielt umgesetzt werden können.

Ein weiteres Feld für einen Vertragsnaturschutz ist ganz allgemein der Artenschutz. In einem Steinbruch und auch auf anderen Betriebsflächen entstehen immer wieder sehr unterschiedliche Bereiche. Da ist der ständig neugestaltete Gewinnungsbereich, in welchem Sprengungen, Laden und Transport stattfinden. Die Ablagerungsbereiche für die unverwertbaren Massen, in welchen gefahren, abgeladen und geschoben wird. Und schließlich temporäre Ruhezonen, die zeitlich unterschiedlich lange betrieblich ruhen und dabei unterschiedlich frequentiert werden. Hier bilden sich neben den Steinbruchböschungen auch Rohbodenflächen, Dauerwasserflächen oder temporäre Flachwasserflächen mit Röhrichtzonen, warme Sukzessionsflächen, Gebüsch- und Vorwaldbereiche sowie Blockschutthalden aus.

Alle diese Bereiche haben eine Eigenschaft gleichermaßen – es sind naturschutzfachlich hochinteressante Habitate ohne Zugänglichkeit mit entsprechendem umfangreichem und speziellem Arteninventar. Gerade diese vielfältigen Lebensräume in betriebenen Steinbrüchen bieten für eine große Zahl von Pflanzen und Tieren überlebenswichtige Rückzugsräume, da in der heutigen intensiv genutzten Kulturlandschaft keine entsprechenden Lebensräume mehr vorhanden sind.

Auch hier sind vertragliche Regelungen mit Anerkennungspflicht seitens der Naturschutzbehörden denkbar. Ein hervorragendes Beispiel ist das Niederbergische Uhuprojekt, in dem sich Steinbruchbetreiber und Naturschutzbehörden verpflichtet haben, die Art Uhu im niederbergischen Kalkrevier zu entwickeln. Das Ergebnis sind eine reibungslose Kooperation sowie eine sehr stabile Uhu-Population im Städtedreieck Düsseldorf- Wuppertal-Essen. Eine solche Kooperation ist für viele Arten und Habitate machbar.

DAS NIEDERBERGISCHE UHUPROJEKT

Im niederbergischen Kalkrevier zwischen Wülfrath, Mettmann und Wuppertal hat sich in betriebenen und stillgelegten Steinbrüchen die wahrscheinlich dichteste bekannte Uhupopulation etabliert. Seit 2005 untersuchen und dokumentieren die hier ansässigen Kalkunternehmen als Projektinitiatoren systematisch die Entwicklung, das Nahrungsverhalten und die Raumnutzung. Nicht nur eine erfreuliche Symbiose im Steinbruch, sondern auch zwischen Industrie, amtlichem und ehrenamtlichem Artenschutz.

www.niederberg-uhus.de

ANSIEDLUNG DES APOLLOFALTERS

Die Firma Märker hat für den stark bedrohten Apollofalter einen neuen Lebensraum in einem aufgelassenen Steinbruch im Kalkwerk Herrlingen geschaffen. Mit viel Aufwand wurde hier ein spezielles Renaturierungskonzept umgesetzt. Ein Teil des Hanges wurde aufgefüllt, anschließend aufwändig modelliert und gestaltet. Magerrasenflächen wurden angelegt und die Futterpflanze für den Apollo gesät. Nach 5 Jahren stellte sich der Erfolg ein und die ersten Apollos wurden gesichtet. Damit wurde ein weiterer Trittstein im Alb-Donau-Kreis für den seltenen Schmetterling geschaffen.

AUSZEICHNUNG ALS „AMPHIBIENFREUNDLICHER BETRIEB“

Im Jahr 2014 erhielt die Firma Märker die Auszeichnung „Amphibienfreundlicher Betrieb“ durch den Landesbund für Vogelschutz in Bayern für herausragende Leistungen und Engagement im Naturschutz, insbesondere im Amphibienschutz. Märker hat jahrelang Erfahrungen im Schutz von Pionierarten gesammelt. Durch umsichtiges Vorgehen, Bereithalten von Wanderbiotopen und Rohbodenflächen, die auch immer wieder offen gehalten werden, konnten sich große Populationen der Kreuzkröte und Gelbbauchunke bilden, die weit in die Umgebung ausstrahlen und von überregionaler Bedeutung sind.

MITEINANDER VON ABBAU UND NATUR

Spenner Zement betreibt neben den Steinbrüchen in Erwitte noch einen Steinbruch in Brilon, in dem hochreiner Kalkstein gewonnen wird. Im Steinbruch selbst stehen zwei geowissenschaftlich und faunistisch bedeutsame Höhlen unter dem besonderen Schutz der Flora-Fauna-Habitat Richtlinie der EU: die Ponorhöhle und die Teichgrotte. Sie sind Lebensraum grundwasser- und höhlenbewohnender Arten wie Fledermäusen und Amphibien. Höhlenschutz und der weitere Abbau konnten in einer freiwilligen gemeinsamen Vereinbarung zwischen Spenner Zement, dem Land NRW und dem Hochsauerlandkreis am 4.2.2016 besiegelt werden. Spenner Zement lässt über den Höhlen und um die Höhlen herum einen Schutzpuffer stehen. Zukünftig soll auch ein spezieller Fledermauseingang geschaffen werden, damit die Tiere die Teichgrotte als Lebensraum gut annehmen können.

SCHAFHERDE ZUR PFLEGE DES KALKMAGERRASENS

Kalkhalbtrockenrasen sind ein prioritärer Lebensraumtyp der FFH-Richtlinie (Fauna-Flora- Habitat-Richtlinie). Sie entstanden ursprünglich durch Beweidung von Standorten mit kalkhaltigem Untergrund. Im Rahmen der natürlichen Sukzession treten sie auch in aufgelassenen Steinbrüchen auf. Voraussetzung für den Erhalt dieses Biotoptyps ist eine fortgesetzte Beweidung oder Mahd der Flächen. Andernfalls würden sie nach einem Verbuschungsstadium im Laufe der Zeit in Wald übergehen.

Die Firma Calcis finanziert zusammen mit der Firma Dyckerhoff, die auch Steinbrüche in der Region betreibt, eine Schafherde mitsamt Schäfer, die diese Trockenrasen beweidet. Durch die Finanzierung der Ausbildung von Schäfer(inne)n wird der Erhalt dieses Berufs sichergestellt. Der praktische Teil der Standortpflege wird durch die regionale Naturschutzorganisation ANTL (Arbeitsgemeinschaft für Naturschutz Tecklenburger Land e.V.) übernommen. Die Zusammenarbeit zwischen Firmen und Naturschutzorganisation führt zu einer sachgerechten Durchführung der Pflegemaßnahmen und damit zum Erhalt dieser wertvollen Sonderstandorte mit ihrem speziellen Artenspektrum.

Die Unternehmen der Kalkindustrie verpflichten sich nicht nur zur Minimierung der Umweltauswirkungen direkt an der Abbaustätte, sondern auch im Wohnumfeld.

LÄRMSCHUTZMASSNAHMEN

Ein Gewinnungsbetrieb mit Sprengungen, Materialtransporten und Zerkleinerungsvorgängen verursacht Lärm. Gerade in der Nähe von Wohngebieten kommt einem wirksamen Lärmschutz daher besondere Bedeutung zu. Gebäude, in denen Lärm verursachende Maschinen stehen, werden fensterlos gebaut oder schallgedämmt. Notwendige Öffnungen werden mit Schallschutztüren oder schalldämmenden Elementen versehen. Lärmintensive Aggregate werden mit Schalldämpfern ausgestattet oder erhalten schallisolierte Gehäuse.

Auch organisatorische Maßnahmen tragen ihren Teil zur Lärmminderung bei. So sind Tore und Türen der Gebäude mit Lärm verbreitenden Anlagen während des Betriebes geschlossen. Der Verkehr von Radladern und Schwerkraftwagen ist nachts auf ein Minimum beschränkt. Darüber hinaus reduzieren bepflanzte Wälle den Schall.

STAUBSCHUTZMASSNAHMEN

Staubgraue Dächer in der Werksumgebung gehören längst der Vergangenheit an. Zur Luftreinhaltung kommen in den Werken modernste Filteranlagen und Absaugeinrichtungen zum Einsatz. So genannte Gewebefilter mindern den Staub an Brechern, Sieb- und Mahlanlagen, Förderwegen, Übergabestellen, Ofenanlagen, Silos, Verpackungs- und Verladeeinrichtungen.

Einfache, aber wirkungsvolle Maßnahmen kommen bei diffusen Staubquellen zur Anwendung, wie beispielsweise das Besprühen der Fahrwege im Steinbruch, das regelmäßige Säubern der befestigten Verkehrswege mit Kehrmaschinen oder das Einhausen von Anlagen und Materialübergabestellen.

MASSNAHMEN ZUR MINDERUNG VON ERSCHÜTTERUNGEN

Bei allen Sprengungen treten Schwingungen auf, Druckwellen werden im Boden weitergeleitet. Das Entstehen von Schwingungen kann nicht verhindert werden. Es ist aber möglich, durch optimale Planung der Sprenganlage, eine genau berechnete Beladung mit unterschiedlichen Sprengstoffen und den Einsatz verschiedener Zündverfahren die Sprengungen so durchzuführen, dass ihre Auswirkungen auf ein Mindestmaß reduziert werden.

So werden die Zünder in den Sprenglöchern im Tausendstel-Sekunden-Abstand gezündet. Auch wenn für den Beobachter die Zündung scheinbar überall gleichzeitig erfolgt – er vernimmt nur einen Detonationsknall – bewirkt diese kurze Verzögerung eine deutliche Reduzierung der Erschütterungen in der Umgebung. Durch Messungen der Schwinggeschwindigkeit kann dann ergänzend nachgewiesen werden, dass die Maßnahmen zur Minderung der Erschütterungen wirksam sind und die Erschütterungen unter den einzuhaltenden Vorgaben liegen.

Stefan Brücher bei der Beringung eines Junguhus

 

Stefan Brücher,
Gesellschaft zur Erhaltung der Eulen e. V.

Der Abbau von Rohstoffen ist natürlich nicht das Anliegen der „Gesellschaft zur Erhaltung der Eulen e. V.“ (EGE). Aber dort, wo unvermeidbar Rohstoffe abgebaut werden, sollte der Naturschutz eine Rolle spielen. Auch zum Schutz Europas größter Eulenart: dem Uhu.

Noch vor wenigen Jahren war der Uhu in Deutschland nahezu ausgestorben. Heute brüten viele Uhus in Kalksteinbrüchen – und zwar auch in solchen mit Abbaubetrieb. Dort ist zwar immer viel los, fahren LKWs und werden manchmal auch Sprengladungen gezündet. Daran können sich Uhus aber eher gewöhnen als beispielsweise an Klettersportler oder Geocacher. Steinbrüche mit Abbaubetrieb sind hingegen für solche Aktivitäten gesperrt. Das ist ein Grund, warum hier Uhus viel sicherer leben und mehr Junge aufziehen als in manchen Naturschutzgebieten, wo vieles erlaubt und wenig untersagt ist oder einfach auf die Einhaltung von Verboten nicht geachtet wird.

In Steinbrüchen gehen die Brutplätze in den Böschungen zwar bisweilen verloren, weil der Abbau voranschreitet und notgedrungen auch die Brutplätze abgebaut werden. Zumeist lassen sich aber mit etwas gutem Willen zuvor alternative Brutplätze im Abbaufeld einrichten. Die Schaffung solcher Brutplätze kann eine gesetzliche Bedingung sein, damit der Abbau den bisher genutzten Brutplatz in Anspruch nehmen darf. So kann sichergestellt werden, dass Uhus auch weiterhin im Abbaufeld und auch über die Zeit des Abbaus hinaus in Sicherheit brüten können. Für ein solches Management – die abschließende Renaturierung der Abbaustätten eingeschlossen – stehen wir den Abbauunternehmen zur Seite und arbeiten wir mit dem Bundesverband der Deutschen Kalkindustrie e. V. seit vielen Jahren zusammen. Mit Erfolg, wie die Bestandssituation des Uhus belegt.

Die Kalkindustrie verpflichtet sich mit Leitlinie 6, die beim Abbau und der Produktion auftretenden Belastungen für die Umwelt zu minimieren. Gleichzeitig fördert die Kalkindustrie mit vielfältigen Projekten den Artenschutz und die biologische Vielfalt.

Unterstützungsfunktion des Bundesverbandes der Deutschen Kalkindustrie (BVK)

EGE – GESELLSCHAFT ZUR ERHALTUNG DER EULEN E. V.

Der Bundesverband der Deutschen Kalkindustrie kooperiert seit Jahren mit der EGE – Gesellschaft zur Erhaltung der Eulen e.V., da die Uhupopulation in den betriebenen Steinbrüchen hoch ist. Über Infoblätter unterrichtet der BVK seine Mitgliedswerke über sinnvolle Maßnahmen zum Uhuschutz, beispielsweise über die Schaffung und den Erhalt von Brutnischen oder die Art und Weise der Errichtung uhufreundlicher Zäune.

UHU-PATENSCHAFTEN

Der BVK hat mehrere Uhu-Patenschaften übernommen, fungiert als Sponsorpartner der EGE und vertreibt kostenlose Flyer und Broschüren zum Eulenschutz über die eigene Website. Eine Webcam auf der BVK-Website, die jeweils zur Brutsaison geschaltet ist, soll zusätzlich für das Thema sensibilisieren. Auch in die Kalk-Wanderausstellung wurde das Thema Uhuschutz integriert.

BIODIVERSITÄTSDATENBANK

Unter Mitarbeit des BVK wurde in einem beim BBS angesiedelten Arbeitskreis aktuell die Möglichkeit einer bundesweiten Biodiversitätsdatenbank diskutiert und die Einführung beschlossen. Die bereits bestehende Biodiversitätsdatenbank Baden-Württemberg wird – auch auf Betreiben des BVK – jetzt auf die gesamte BRD ausgedehnt. Die Datenbank wird die Entwicklung der biologischen Vielfalt innerhalb sowie im Umfeld von Abbaustätten großflächig dokumentieren. Mit diesen Daten wird es möglich, den Zustand und die Bedeutung von Gewinnungsstätten für die biologische Vielfalt mess- und vergleichbar zu machen.

BioDIMA

Auf europäischer Ebene engagiert sich der BVK in einem Gremium der Industrial Minerals Association (IMA) für die Bewahrung der Artenvielfalt (BioDIMA). Die Kalkindustrie verpflichtet sich mit Leitlinie 6, die beim Abbau und der Produktion auftretenden Belastungen für die Umwelt zu minimieren. Gleichzeitig fördert die Kalkindustrie mit vielfältigen Projekten den Artenschutz und die biologische Vielfalt.