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23.05.2014
Berufsausbildungsvorbereitung: Mit Praxis punkten

Jedes Jahr starten Tausende von Schulabgängern in eine berufsvorbereitende Maßnahme. Dabei haben sich als besonders erfolgreich diejenigen Qualifizierungsmaßnahmen erwiesen, die zu einem großen Teil in Unternehmen stattfinden.

Es wirkt paradox, hat aber Gründe: Obwohl seit Jahren Ausbildungsplätze unbesetzt bleiben, finden einige Jugendliche keine Lehrstelle. Manchmal mangelt es am Schulabschluss, manchmal an Ausbildungsreife oder Sprachkenntnissen, und manchmal passen das regionale Angebot und die Nachfrage auch einfach nicht zueinander - ein technikbegeisterter Schulabsolvent aus Bayern etwa wird kaum einen unbesetzten Ausbildungsplatz als Restaurantfachmann in Mecklenburg-Vorpommern annehmen wollen.

Damit Schulabgänger mit Defiziten dennoch einen Start in einen anerkannten Ausbildungsberuf finden, steht eine Vielzahl berufsvorbereitender Maßnahmen zur Verfügung. Die bekanntesten:

Im Berufsvorbereitungsjahr (BVJ) geht es darum, den Teilnehmern eine berufliche Grundbildung zu vermitteln. Das BVJ findet überwiegend an Berufsschulen statt, beinhaltet aber auch unterschiedlich lange Praktika in einem Unternehmen.

Das Berufsgrundbildungsjahr (BGJ) sowie die berufsvorbereitenden Maßnahmen der Bundesagentur für Arbeit (BVB) dauern ebenfalls ein Jahr und vereinen schulische und betriebliche Elemente, die zum Teil umfangreiche Praxisphasen für die Jugendlichen vorsehen. Das Berufsgrundbildungsjahr bietet Jugendlichen die Möglichkeit, das erste Ausbildungsjahr in einer Berufsschule zu absolvieren. Unternehmen können die Teilnehmer eines Berufsgrundbildungsjahres im zweiten Lehrjahr übernehmen, etwa wenn diese sich im Rahmen eines Praktikums bewährt haben. Auf diese Weise können Jugendliche aus speziellen Zielgruppen erfolgreich in die Ausbildung integriert werden.

Einstiegsqualifizierungen (EQ) finden dagegen vorrangig im Unternehmen statt, dauern zwischen sechs und zwölf Monaten und bauen eine Brücke in ein Ausbildungsverhältnis. Die Maßnahme richtet sich vor allem an lernbeeinträchtigte und sozial benachteiligte Jugendliche, die zunächst aufgrund fehlender Ausbildungsreife noch nicht für eine betriebliche Ausbildung geeignet erscheinen. Und es zeigt sich, dass es häufig nur ein wenig an Reife gefehlt hat: Für weit mehr als zwei Drittel der Teilnehmer geht es anschließend in einer betrieblichen Ausbildung weiter, da die Betriebe sich von ihrem Potenzial überzeugen konnten - die Übergangsquoten in eine berufliche Ausbildung liegen bei etwa 70 Prozent. Damit ist dieses Programm eine der erfolgversprechendsten Möglichkeiten, das Potenzial von benachteiligten Jugendlichen zu erschließen - und im Unterschied zu einem Praktikum wird die Einstiegsqualifizierung für Jugendliche zusätzlich von der Bundesagentur für Arbeit gefördert.

Der Ausbildungspakt für die laufende Periode 2010 bis 2014 verfolgt unter anderem das Ziel, die Ausbildungsreife von Jugendlichen zu verbessern, schwächere Jugendliche intensiver zu fördern und auf eine Ausbildung besser vorzubereiten sowie die Integration von Jugendlichen mit Migrationshintergrund voranzubringen. Und die Unternehmen haben die Notwendigkeit, neue Zielgruppen für die Ausbildung zu erschließen, erkannt: Bereits 15 Prozent aller Betriebe haben ihre Anforderungen an die schulischen Qualifikationen der Bewerber gesenkt, und der Anteil der Unternehmen, die eine verstärkte Rekrutierung von Jugendlichen mit Migrationshintergrund erwägen, ist von 18 Prozent 2011 auf 38 Prozent gestiegen.