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05.06.2015
Betriebliche Altersversorgung

Die Mehrheit sorgt vor

Fast 60 Prozent der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten haben eine Betriebsrente – zur Jahrtausendwende waren es erst knapp 50 Prozent. Sie wird also bei den Mitarbeitern immer beliebter. Eine Verpflichtung für die Arbeitgeber, ihren Mitarbeitern eine Zusatzrente anzubieten, schießt allerdings über das Ziel hinaus.

Die Unternehmen der privaten Wirtschaft organisieren die betriebliche Altersversorgung auf fünf unterschiedlichen Wegen. Der öffentliche Dienst bietet seinen Angestellten eine eigene Zusatzversorgung an. Insgesamt hatten im Jahr 2013 rund 17,8 Millionen Arbeitnehmer eine betriebliche Zusage. Hier eine Auflistung der fünf verschiedenen Wege einer Betriebsrente:

Direktversicherung

Hier schließt der Arbeitgeber einen Lebensversicherungsvertrag mit einer privaten Versicherungsgesellschaft ab. Bezugsberechtigt sind der Arbeitnehmer oder Hinterbliebene.

Pensionskasse

Sie ist ein rechtlich selbstständiges Unternehmen, das einen Rechtsanspruch auf Leistungen einräumt. Pensionskassen funktionieren wie eine Lebensversicherung. Finanziert werden die Zusagen durch Einzahlungen der Arbeitgeber.

Direktzusage

Der Arbeitgeber verspricht seinem Mitarbeiter eine ergänzende Versorgung im Alter und zahlt diese dann aus zuvor gebildeten Pensionsrückstellungen und laufenden Erträgen.

Unterstützungskasse

Hier erfolgt die Versorgungszusage über eine rechtlich selbstständige Gesellschaft, in die der Arbeitgeber einzahlt. Die Begünstigten können ihre Ansprüche jedoch nur gegenüber dem Arbeitgeber geltend machen.

Pensionsfonds

Die rechtsfähige Fondsgesellschaft sagt den Arbeitnehmern lebenslange Leistungen im Ruhestand zu. Finanziert wird der Pensionsfonds über Einzahlungen des Arbeitgebers.

Weil manche Arbeitnehmer gleich mehrere Anwartschaften haben, kommt man in der Summe auf über 20 Millionen Verträge. Angesichts dieses Befunds sind Forderungen der Politik nach einer verpflichtenden betrieblichen Altersvorsorge kaum nachzuvollziehen – zumal Deutschlands Arbeitnehmer auch noch privat vorsorgen. Ohne Direktzusage und Unterstützungskasse kombinieren lediglich 2,2 Prozent der Beschäftigten ihre betriebliche Vorsorge mit der Riester-Förderung. Demnach werden die meisten der aktuell 16 Millionen Riester-Verträge entweder zusätzlich zur betrieblichen Altersvorsorge oder stattdessen abgeschlossen. Hinzu kommen Kapitallebensversicherungen und Immobilien, die ebenfalls Teil der privaten Vorsorge sind.

Vor Insolvenz absichern

Damit eine Insolvenz des Arbeitsgebers nicht die Betriebsrente gefährdet, muss er dieses Risiko beim Pensionssicherungsverein absichern. Pensionskassen sind zwar von dieser Pflicht befreit, unterliegen dafür aber der Versicherungsaufsicht. Damit sollte nichts schief gehen, so dass die Betriebsrente nicht darum fürchten muss, ihren guten Ruf zu verlieren.