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News

21.05.2013
Bundesverband der Deutschen Kalkindustrie engagiert sich verstärkt für den Uhuschutz

Unser Beitrag zum Internationalen Tag zur Erhaltung der Artenvielfalt

Uhu vor renaturiertem Kalksteinbruch

Europas stärkste regionale Uhupopulation mit aktuell 14 Brutpaaren befindet sich im Wuppertaler Raum, in einem Gebiet mit großen Kalksteinvorkommen. Die seltene Eulenart hat dort einen idealen Lebensraum gefunden. Die großen Nachtgreifer finden – unbehelligt vom Menschen – in den steilen Felswänden der Kalksteinbrüche sichere Brutplätze und ein reiches Nahrungsangebot. Klettersport und andere Uhus störende Freizeitnutzungen sind hier nicht gestattet. Deshalb brüten Uhus kaum irgendwo so erfolgreich wie in Steinbrüchen. Sie stören sich nicht daran, wenn diese aktiv bewirtschaftet werden; sie haben gelernt, mit Sprengungen, Industrieanlagen und Schwerlastverkehr zu leben. Die Steinbruchbetreiber ihrerseits fördern den Erhalt und die Entwicklung der Population durch kontinuierliches Monitoring und Sicherungsmaßnahmen.

Nachdem der Uhu Mitte des letzten Jahrhunderts nahezu ausgestorben war, gibt es heute in Deutschland wieder etwa tausend Uhupaare. Für die dauerhafte Sicherung der genetischen Vielfalt dieser Art ist das aber noch viel zu wenig. Da der Uhu inzwischen in zahlreichen Steinbrüchen unserer Mitgliedswerke beheimatet ist, fühlen wir uns dieser Art besonders verpflichtet und haben uns als Verband dazu entschlossen, uns gerade für den Uhuschutz zu engagieren. Aus diesem Grunde haben wir eine Fördermitgliedschaft mit der EGE - Gesellschaft zur Erhaltung der Eulen e. V. (EGE) abgeschlossen und verfolgen in gemeinsamen Projekten das Ziel, die Uhu-Population in Deutschland weiter zu stabilisieren. In diesem Zusammenhang haben wir auch Patenschaften für frei lebende Uhus übernommen, die alle in aktiven Steinbrüchen aufgewachsen sind.

Insbesondere wollen wir Aufklärungsarbeit leisten. Unseren Mitgliedswerken haben wir einen Uhu-Leitfaden zur Verfügung gestellt, denn Steinbruchbetreiber können den Tieren durch artspezifische Maßnahmen helfen, sei es durch die Schaffung von Nischen in den Felswänden oder durch die Einrichtung von Tabuzonen. Auf unseren Internetpräsenzen und Veranstaltungen bemühen wir uns darum, unsere Besucher für die Belange des Uhuschutzes zu sensibilisieren. Wir weisen darauf hin, welchen Beitrag ein jeder zum Uhuschutz leisten kann, denn immer noch warten ganze Landstriche auf die Rückkehr des Uhus. Unsere Kalkwanderausstellung, die wir unentgeltlich Museen und öffentlichen Einrichtungen zur Verfügung stellen, haben wir um ein Panel zum Thema Uhuschutz ergänzt. Für Veranstaltungen, z. B. den Tag des Offenen Steinbruchs vom 24. bis 26. Mai, wurde der Film „Der Uhu – Die größte Eule der Welt“ angeschafft und eine Vorführgenehmigung erworben. Der Film behandelt die Merkmale des Uhus und dessen Unterschiede im Vergleich zu anderen Eulen. Verhalten, Lebensraum und Jagdverhalten werden genauso gezeigt, wie die Aufzucht der Jungen und die heutige Bedrohung durch den Menschen. Gemeinsam mit Michael Papenberg, der bereits etliche Publikationen der EGE illustriert hat, haben wir ein Uhu-Rätselheft mit Bastelanleitungen und Puzzles für Kinder entwickelt, in dem der Uhu und andere Steinbruchbewohner vorgestellt werden. Diese Mitmachbroschüre ist kostenlos über unsere Geschäftsstelle zu beziehen.

Derzeit ist ein kleiner, jugendgerechter Uhu-Info-Film in Arbeit, der auf Facebook und YouTube eingestellt werden soll. Auch in Planung ist eine Webcam mit Blick ins Nest bei einem unserer Mitgliedswerke. Dieses Vorhaben wird von einem Ornithologen begleitet, denn das Brutgeschehen und die Aufzucht der Jungen sollen durch die Kamera ja in keiner Weise beeinträchtigt werden.

"Aus der Natur für die Natur", lautet das Credo der Deutschen Kalkindustrie. „Mit dieser Botschaft wollen wir vermitteln, dass ein natürlicher Rohstoff die Grundlage unseres unternehmerischen Handelns bildet, und dass Abbau und Natur keinen Gegensatz darstellen“, so Martin Ogilvie, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes der Deutschen Kalkindustrie. Die Vereinbarkeit von Rohstoffabbau und Uhuschutz zeigt sich nicht zuletzt in manchen Europäischen Vogelschutzgebieten. Sie schließen in Abbau befindliche Steinbrüche ein.

Kalk ist als Rohstoff für die Herstellung der meisten Konsum- und Investitionsgüter unverzichtbar. Jeder Bundesbürger verbraucht – statistisch gesehen - täglich etwa 250 g gebrannte und 5,5 kg ungebrannte Kalk- und Dolomiterzeugnisse.
Haben Sie Fragen? Wir stehen gerne zur Verfügung: Martin Ogilvie • Telefon 0221/934674-23 • eMail: martin.ogilvie@kalk.de