Zu dieser Seite

Ihr Ansprechpartner

Martin Ogilvie
martin.ogilvie(a)kalk.de
0221 - 93 46 74 - 12

News

27.11.2013
Energiewende-Navigator 2013

Das deutsche Gesetz für den Vorrang Erneuerbarer Energien (Erneuerbare-Energien-Gesetz - EEG) regelt die bevorzugte Einspeisung von Strom aus erneuerbaren Quellen und hat einen vollständigen Umbau unseres Energiesystems zum Ziel. So soll der Anteil der erneuerbaren Energien am deutschen Bruttoendenergieverbrauch bis 2020 auf 18% und bis 2050 auf 60% steigen. Bei der Stromerzeugung soll ihr Anteil bis 2020 auf 35% und bis 2050 auf 80% anwachsen.

In Kooperation mit dem Institut der deutschen Wirtschaft Köln (IW) hat der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) erneut eine umfassende Untersuchung zur Energiewende vorgenommen und am 20. November in der zweiten Auflage des BDI-Energiewende-Navigators veröffentlicht. In Form von Ampelfarben liefert der Navigator eine Status-Quo-Beschreibung entlang der fünf Dimensionen Sauberkeit, Wirtschaftlichkeit, Versorgungssicherheit, Akzeptanz und Innovation und zeigt Tendenzen auf. Basis für den Navigator sind 42 quantitative Indikatoren, die entsprechend ihrer Relevanz unterschiedlich gewichtet und in den fünf Dimensionen zusammengeführt und bewertet wurden. Aus den prozentualen Werten der Zielerreichung der Indikatoren wurde ein Durchschnitt errechnet. Damit lässt sich der Umsetzungsstand der Energiewende in fünf Werten zusammenfassen.

Die Untersuchung kam zu folgenden Kernergebnissen:
Die Klima- und Umweltverträglichkeit befindet sich wie in der Vorjahresuntersuchung im grünen Bereich (Zielerreichungsgrad 99% - im Vorjahr 97%), bei Innovation steht die Ampel weiterhin auf Gelb, allerdings mit leichten Verbesserungen (Zielerreichungsgrad 80% - im Vorjahr 73%). Alarmierend sind nach Ansicht der BDI-Präsidenten Ulrich Grillo die negativen Entwicklungen bei den Dimensionen Versorgungssicherheit (Gelb statt Grün – Zielerreichungsgrad 89% - im Vorjahr 91%), Wirtschaftlichkeit (unverändert Rot – Zielerreichungsgrad 64% - im Vorjahr 62%) und Akzeptanz (Rot statt Gelb – Zielerreichungsgrad 68% - im Vorjahr 76%).

Im Bereich Klima- und Umweltverträglichkeit bleibt allerdings der Verkehrssektor hinsichtlich der Anzahl der angemeldeten Elektrofahrzeuge weit hinter den Erwartungen zurück. Bei der Wirtschaftlichkeit schlagen die im internationalen Vergleich sehr hohen Strompreise für Industrie und Haushalte zu Buche. Was die Versorgungssicherheit angeht, so ist die Stabilität der Stromversorgung derzeit zwar noch gegeben, regional besteht jedoch dringender Handlungsbedarf. Verzögerungen beim Netzausbau tragen zur verschlechterten Situation bei. Hinsichtlich der Akzeptanz unterstützt ein Großteil der Bevölkerung zwar die Ziele der Energiewende, möchte aber selbst keine Einschränkungen und Strompreiserhöhungen in Kauf nehmen. Leichte Verbesserungen sind im Bereich Innovation zu verzeichnen, hier macht sich das Energieforschungsprogramm der Bundesregierung bemerkbar, und die angemeldeten „Green Energy“-Patente mit deutscher Beteiligung nehmen kontinuierlich zu.