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04.11.2013
Forschungsprojekt "Wissensnetzwerk Zement - Kalk - Beton" ist in der Erprobungsphase

Am 1. März 2011 startete das Projekt „Wissensnetzwerk Zement – Kalk - Beton“, das vom Bundesverband der Deutschen Kalkindustrie e.V. gemeinsam mit dem Verein Deutscher Zementwerke e.V. (VDZ), der S&P Consult GmbH, der TU Clausthal und dem Institut für Technik und Bildung der Universität Bremen durchgeführt wird. Das Vorhaben ist auf 3 Jahre angelegt und wird durch Mittel des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) sowie des Europäischen Sozialfonds (ESF) unterstützt.

Hintergrund des Projektes ist die demografische Entwicklung, die die gesamte Branche vor die Herausforderung stellt, Erfahrungswissen zu bewahren, qualifizierte Fachkräfte zu finden bzw. vorhandenes Personal zu qualifizieren und langfristig zu binden.

Ziel des Projektes ist es, den Einsatz von Web 2.0-Technologien bei der beruflichen Bildung in der Steine-Erden-Industrie zu untersuchen. Am Beispiel der Bereiche Zement, Kalk und Beton soll erforscht werden, welche Möglichkeiten das Internet für die Vernetzung von Wissen und Wissensträgern, die gemeinsame Erzeugung von Wissen und Wissensmedien sowie eine moderne Qualifizierung bietet und wie diese Möglichkeiten in der Branche zukünftig genutzt werden können.

Das im Rahmen des Forschungsprojektes geschaffene Wissensnetzwerk basiert auf einer Internet-Plattform, die von S&P nach den Anforderungen der Steine-Erden-Industrie entwickelt wurde. Die Plattform beruht auf den drei Säulen „Nachschlagen“, „Qualifizieren“ und „Netzwerken“.

Im Bereich „Nachschlagen“ soll in der Praxis ein zentrales Nachschlagewerk für die Branche etabliert werden. Bislang finden sich hier digitale Fachbücher aus den Bereichen Zement, Kalk und Beton. Die Inhalte des Bereiches Kalk wurden von der Technischen Universität Clausthal ergänzt und bieten bereits jetzt ein umfassendes Nachschlagewerk, das in dieser Komplexität bislang für den Kalkbereich nicht zur Verfügung stand. Die Inhalte sind durch zahlreiche Fotos, Grafiken, Animationen und Videos anschaulich und verständlich aufbereitet. Der Bereich „Nachschlagen“ wird ergänzt durch ein Steine-Erden-Wiki, das sukzessive durch die Plattform-Anwender komplementiert wird. Eine Prüfung aller eingereichten Beiträge durch ein Fachgremium gewährleistet wissenschaftlich fundierte Inhalte. Interaktive Fachwörterbücher Deutsch-Englisch, Englisch-Deutsch sowie Deutsch-Französisch, Französisch-Deutsch bieten einen praktischen Nutzen bei der alltäglichen Arbeit.

Der Bereich „Qualifizieren“ beruht im Zement-Bereich auf der bereits seit langem erfolgreichen eLearning-Lehrplattform des VDZ. Ergänzt wurden die VDZ-Online-Kurse durch 160 Lernbausteine im Bereich Kalk. Aufwändige Visualisierungen machen selbst komplexeste Inhalte leicht verständlich und sind für Auszubildende, Neueinsteiger und selbst erfahrene Mitarbeiter in den Betrieben gleichermaßen ein Gewinn. Die Lernenden können sich untereinander in Chat-Räumen und Foren austauschen. Tutoren begleiten die Lernenden auf der Plattform und stehen für Fragen zur Verfügung. Die Lernenden haben die Möglichkeit, ihr Wissen spielerisch zu überprüfen und schließlich einen Abschlusstest zu absolvieren, der als innerbetriebliche Zusatzqualifikation gewertet wird.

Im Bereich „Netzwerken“ soll der Austausch innerhalb der Branche angeregt werden, spezielle Tools, wie beispielsweise die gemeinsame Bearbeitung von Dokumenten, erleichtern die Zusammenarbeit innerhalb einzelner Arbeitsgruppen. Sogar die gemeinsame Erstellung umfangreicher Fachbücher ist in diesem Bereich möglich.

Komplementiert wird das Angebot der Plattform durch Branchennews und Fachartikel sowie Termine aus der Steine-Erden-Branche, die wiederum von den Plattform-Nutzern ergänzt werden können.

Derzeit befindet sich die Plattform in der entscheidenden Erprobungsphase bei zahlreichen Mitgliedswerken der Branchenverbände und wird auf den Nutzen in der betrieblichen Praxis hin getestet. Das Institut für Technik und Bildung übernimmt die Befragung und Auswertung der Erfahrungen der Erprobungspartner. Mit Abschluss des Projektes sollen die Erfahrungen aus den drei Pilotbereichen Zement, Kalk und Beton auf die gesamte Steine-Erden-Branche übertragen werden.