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19.02.2015
Guter Start ins Berufsleben

Fachkräftemangel lässt Azubi-Verdienste steigen

Die Verdienste der Auszubildenden sind in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen – auf zuletzt durchschnittlich 795 Euro im Monat.

Die Vergütungen der Azubis haben 2014 zum dritten Mal in Folge um mehr als vier Prozent zugelegt. Am meisten verdient haben auch im vergangenen Jahr Azubis in der Baubranche: Angehende Beton- und Stahlbetonbauer sowie Stuckateure verdienen in Westdeutschland bereits im zweiten Lehrjahr mehr als 1.000 Euro im Monat.

Aber auch viele Auszubildende in der Metall- und Elektro-Industrie gehören zu den Spitzenverdienern – etwa Zerspanungsmechaniker mit 973 Euro oder Elektroniker für Maschinen und Antriebstechnik mit 971 Euro. Unter den kaufmännischen Berufen führen die Kaufleute für Versicherung und Finanzen mit 961 Euro sowie die Bankkaufleute mit 948 Euro die Verdiensttabelle an. Verdienten die Auszubildenden im Jahr 2004 noch durchschnittlich 617 Euro monatlich in Westdeutschland und 526 Euro monatlich in Ostdeutschland, waren es 2014 schon 802 Euro monatlich in Westdeutschland und 737 Euro monatlich in Ostdeutschland. Das zeigt auch, dass die Azubi-Verdienste in Ostdeutschland immer mehr aufschließen an das höhere Niveau in den westlichen Bundesländern – lag der Unterschied 2004 also noch bei fast 20 Prozent, waren es 2014 etwa zehn Prozent.

Gute wirtschaftliche Lage, weniger Schulabgänger

Die Auszubildenden profitieren zweifelsohne von der guten wirtschaftlichen Lage sowie von der sinkenden Zahl der Schulabgänger. Außerdem entscheiden sich heutzutage immer mehr Jugendliche für ein Studium, sodass die Unternehmen vermehrt Probleme haben, ihre Ausbildungs- sowie Facharbeiterstellen zu besetzen und folglich bereit sind, geeigneten Kandidaten mehr zu zahlen.
Allerdings sind die Ausbildungsvergütungen nicht in allen Berufen, in denen zurzeit ein Engpass auf dem Arbeitsmarkt besteht, überdurchschnittlich gestiegen. So legten die Gehälter angehender Elektroniker für Gebäude- und Infrastruktursysteme zuletzt nur um 2,6 Prozent zu. Dies mag damit zusammenhängen, dass dieser Lehrberuf mit 970 Euro (West) beziehungsweise 932 Euro (Ost) ohnehin schon gut bezahlt wird.

Ausbildungskosten bereits ab dem 31. Lebensjahr amortisiert

Dass sich eine duale Ausbildung für Jugendliche rentiert, steht außer Frage. Das Lebenseinkommen von Akademikern liegt zwar im Durchschnitt über dem Lebenseinkommen von beruflich Qualifizierten. Akademiker müssen aber mehr und länger in ihre Ausbildung investieren. Wenn man Investitionen und Erträge gegeneinander aufrechnet, so zeigt sich, dass sich die Investitionen bei Facharbeitern bereits im Alter von 31 Jahren amortisiert haben – bei Akademikern hingegen erst im Alter von 39 Jahren.