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02.08.2013
Klimawandel: Unternehmen müssen sich wappnen

Bereits heute berichtet jedes siebte deutsche Unternehmen über zunehmende negative Auswirkungen des Klimawandels, seien es höhere Temperaturen, stärkere Stürme oder häufigere und extremere Hochwasser, – und der Anteil betroffener Firmen wird bis 2030 noch deutlich steigen. Damit sie sich den Auswirkungen des Klimawandels stellen können, müssen die Unternehmen rechtzeitig die notwendigen finanziellen und personellen Kapazitäten bereitstellen.

Das Institut der deutschen Wirtschaft Köln (IW) hat gut 1.000 deutsche Unternehmen gefragt, in welchem Maße sie sich vom Klimawandel betroffen fühlen und wie sie ihre Anpassungsmöglichkeiten einschätzen. Dabei zeigt sich: Die Firmen sehen vermehrt direkte negative Folgen des Klimawandels, etwa indem vermehrt sommerliche Hitzeperioden die Klimatisierung der Werkhallen teurer machen oder Hochwasser den Gütertransport per Schiff im Inland erschwert. Und sie rechnen damit, dass sich dieser Trend verstärkt. Sahen sich noch 2011 lediglich 15 Prozent der befragten Unternehmen direkt vom Klimawandel betroffen, erwarten dies für 2030 bereits fast 29 Prozent.

Immer deutlicher wird zudem, wie tiefgreifend der Klimawandel die Wirtschaft indirekt beeinflusst, etwa durch immer weiter verschärfte Regulierungen. So treiben etwa staatliche Verordnungen wie das Emissionshandelsgesetz die Produktionskosten in die Höhe. Bereits heute sehen sich 24 Prozent der Unternehmen von solchen Regulierungen negativ betroffen – im Jahr 2030 werden es voraussichtlich sogar fast 36 Prozent sein.

Um mit den negativen Folgen des Klimawandels fertig zu werden, müssen die Unternehmen reagieren, etwa durch Investitionen in Hitzeschutzmaßnahmen oder mit höherem Versicherungsschutz gegen Sturmschäden. Für all dies müssen jedoch ausreichend Ressourcen vorhanden sein, – und dabei gibt es durchaus Probleme: Fast sechs von zehn Unternehmen halten ihre finanziellen Ressourcen, die zur Anpassung an den Klimawandel nötig wären, für gering. Auch fehlt es in gut jedem zweiten Unternehmen an Personal, das sich um solche Anpassungsmaßnahmen kümmert.

Zwar reichen die Kapazitäten für die vorerst noch in begrenztem Maße notwendigen Anpassungsmaßnahmen allgemein noch aus, jedoch zeichnet sich bereits ab, dass die Firmen künftig vorsorglich mehr Ressourcen bereitstellen müssen. Kritisch könnte es der Befragung zufolge im Jahr 2030 vor allem in der Logistikbranche werden, aber auch anderen Industriesparten wie der Energie- und Wasserversorgung könnte es schwerfallen, den Klimawandel zu meistern.

Profitieren können indes Unternehmen, die Güter zum Schutz vor Klimaextremen herstellen: Hier registrierten zuletzt 18 Prozent der Unternehmen positive Geschäftsimpulse, und bis 2030 erwartet nahezu ein Viertel entsprechende Effekte. Und auch generell gilt, dass klimatische Veränderungen bedeutsamer für die Unternehmen werden: Sahen sich vom Klimawandel 2011 noch 20 Prozent der Unternehmen an ihren heimischen Standorten direkt oder indirekt negativ und 11 Prozent positiv betroffen, werden sich diese Anteile voraussichtlich bis 2030 auf jeweils 43 und 19 Prozent erhöhen.