News

05.02.2019
Merkle liefert Paradebeispiel für Nachhaltigkeit bei der Kalksteingewinnung

Das Unternehmen investiert 2 Millionen Euro, um das gesamte Material aus dem Steinbruch zu nutzen

Minister Franz Untersteller bei Eduard Merkle GmbH und Co. KG, Foto: Eric Vazzoler/agentur.zs

Der baden-württembergische Umweltminister Franz Untersteller (Grüne) besuchte am 17. Januar die Eduard Merkle GmbH & Co. KG, Blaubeuren, Mitglied des Bundesverbandes der Deutschen Kalkindustrie, da sich das Unternehmen in besonderer Weise dem Thema Ressourceneffizienz verschrieben hat und damit eine Vorbildfunktion einnimmt.

Der Betrieb ist einer von landesweit 100 „Exzellenzbeispielen“ aus allen Teilen der Wirtschaft, die besonders vorbildlich mit Ressourcen umgehen.

Seit fast 100 Jahren betreibt Eduard Merkle den Steinbruch Michaelreibershalde. Die Produkte aus dem Steinbruch werden für die Abgasreinigung benötigt, gehen in die Baustoff- und Kunststoffindustrie oder werden für die Herstellung von Lebens-, Futter- oder Düngemitteln und andere Zwecke gebraucht. Inzwischen wurde rund die Hälfte des Vorkommens abgebaut.

Obwohl die von dem Unternehmen genutzte Kalksteinlagerstätte zum Typus der hochreinen Kalke gehört, fällt jedes Jahr unverkäufliches Material an – ein Kalkstein-Lehmgemenge, das sogenannte Vorsieb, das in abgebauten Bereichen des Kalksteinbruchs deponiert werden muss. In diesem Vorsieb befinden sich noch über 80 % verwertbaren Kalksteins. Ziel ist es daher, eine möglichst vollständige Trennung zwischen Kalkstein und Tonmineralen zu erreichen, um den gesamten wirtschaftlich nutzbaren Kalkstein gewinnen zu können. Durch Investition in eine hochwertige Siebmaschine ist es in den vergangenen 15 Jahren bereits gelungen, den Anteil von unbrauchbarem Material von 20 auf 10 Prozent zu reduzieren.

Um auch die restlichen 10 Prozent – etwa 50.000 t im Jahr - zu verwerten, setzt das Unternehmen auf ein ganz innovatives Verfahren und investiert 2 Millionen Euro, um das Vorsiebmaterial mittels Trockenwäsche aufzubereiten. Eine Investition in die Zukunft. Auf diese Weise wird nicht nur das Kalksteinvorkommen geschont, auch elektrische Energie, Dieselkraftstoff und Sprengstoff werden eingespart.

Umweltminister Franz Untersteller erwartet eine Strahlkraft der Betriebe, die Ressourceneffizienz als Teil ihrer Unternehmensphilosophie verinnerlicht haben. „Diese Unternehmen sparen nicht nur Geld mit innovativen Technologien und Verfahren, die weniger Material und weniger Energie verbrauchen, sie leisten damit auch einen wertvollen Beitrag, um unsere Umwelt und die Lebensgrundlagen künftiger Generationen zu erhalten“, so der Minister.