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21.08.2014
Mitarbeiterideen: Gewinn für Beschäftigte und Unternehmen

Pfiffige Mitarbeiter und ihre Ideen sind Gold wert. Für ihre kreativen Vorschläge zahlen ihnen ihre Unternehmen anerkennend Prämien. Mit einem solchen Ideenmanagement binden die Firmen ihre Belegschaften ins Innovationsgeschehen ein. Sie steigern so die Motivation und die Bindung. Im Jahr 2012 wurden so in 145 befragten Unternehmen mit 1,6 Millionen Beschäftigten dank der Mitarbeiter-Ideen fast 1,2 Milliarden Euro eingespart.

Wie gut die Ideen der Mitarbeiter belohnt werden, dafür wird in vielen Firmen das Betriebliche Vorschlagswesen (BVW) eingesetzt. Eine Untersuchung des Deutschen Instituts für Betriebswirtschaft (dib), an der 145 Unternehmen teilnahmen, zeigte: Im Jahr 2012 reichten die Mitarbeiter knapp 1,2 Millionen Verbesserungsideen ein. Das entspricht im Durchschnitt 164 Vorschlägen auf 100 Mitarbeiter. Jeder zweite Verbesserungsvorschlag wurde umgesetzt. Pro Vorschlag konnten die Unternehmen etwa 990 Euro einsparen bzw. in dieser Höhe das Ergebnis verbessern.

Anreize zahlen sich aus

Um die Beschäftigten zu neuen Vorschlägen zu motivieren, zahlt das Ideenmanagement beachtliche Prämien aus: Den befragten 145 Unternehmen war dies insgesamt 118 Millionen Euro wert. Das entspricht pro Vorschlag einer Prämie von durchschnittlich 102 Euro. Bezogen auf die umsetzungsfähigen Vorschläge beliefen sich die Prämien im Schnitt auf 213 Euro. Die Höchstprämie für den besten Vorschlag betrug 2012 rund 471.000 Euro. Sicherlich lassen sich die Ergebnisse der 145 Unternehmen nicht umstandslos auf die Gesamtwirtschaft hochrechnen. Trotzdem bringt das betriebliche Vorschlagswesen der deutschen Wirtschaft Jahr für Jahr wohl Einsparungen in zweistelliger Milliardenhöhe.

Dabei legten sich in den metallverarbeitenden Firmen sowie in der Eisen- und Metallindustrie die Mitarbeiter in puncto Vorschläge mit 374 Vorschlägen je 100 Mitarbeitern am stärksten ins Zeug. Es sind meist die gleichen Mitarbeiter, die sich einbringen. In der Metallverarbeitung ist es die Hälfte der Mitarbeiter – jeder der Ideengeber macht dort im Schnitt mehr als zehn Vorschläge.

Über dem Schnitt von 81 Vorschlägen pro 100 Mitarbeiter liegen auch die Automobilzulieferer (254), die Elektroindustrie (134), die öffentlichen Körperschaften (93) und der Maschinen- und Anlagenbau (82). Die wenigsten Verbesserungsvorschläge reichten die Mitarbeiter von Banken und Versicherern (11) ein.

Oft mittelgroße Unternehmen

Das dib hat darüber hinaus ein Ranking erstellt, das mehrere Kriterien miteinander verknüpft: die Zahl der umgesetzten Ideen, den Nutzen pro Beschäftigten und die Beteiligungsquote. Führend sind dabei fast immer mittelgroße Firmen, denen es offenbar am besten gelingt, Mitarbeiter zu motivieren. Die Differenzen zwischen den Branchen und Unternehmen bei der Vorschlagsquote und im Gesamtranking zeigen allerdings, dass die Bedingungen für das Ideenmanagement vor Ort offenkundig unterschiedlich ausgestaltet sind. Die Geschäftsführung und die nachgeordneten Führungsebenen sollten das Vorschlagswesen nicht als Nebensache betrachten. Sie sollten sich für eine Betriebskultur einsetzen, in der die Mitarbeiter zu Ideen motiviert werden, auch wenn nicht jeder Einfall direkt zu einer Innovation führt.