Flexible Arbeitszeitmodelle: Die Zukunft der Arbeit

Zu Hause oder im Unternehmen? Heute erst ab zehn, dafür aber morgen länger? Mitarbeiter, die Arbeitsort und -zeit flexibel gestalten können, sind produktiver, zufriedener und gesünder ? zeigen verschiedene Studien. Im Jahr 2030 könnten Arbeitnehmer bereits mehr als die Hälfte ihrer Arbeitszeit zu Hause ableisten.

Als ?Anywhere Working Week? wird sie in Großbritannien propagiert, in manchem deutschen Unternehmen ist sie bereits Alltag, und Experten sind sich sicher ? Flexibilität ist die Zukunft der Arbeit. Das drückt sich dann so aus: Im Unternehmen teilen sich Mitarbeiter die Büros und wählen ihren Arbeitsort frei, oder sie arbeiten von zu Hause aus oder von unterwegs. Laptop, Tablet-PC und Smartphone machen es möglich, dass es in vielen Branchen und Jobs nicht mehr so wichtig ist, wo jemand seine Arbeit verrichtet.

Und dass der Arbeitnehmer nicht an seinen Bürostuhl gekettet ist, kann eine Reihe von unternehmerischen und ökologischen Vorteilen haben: Der nicht angetretene Weg zum Arbeitsplatz in der Firma bedeutet erhebliche Kosten- und Zeitersparnis sowie einen Beitrag zur Senkung des CO2-Ausstoßes; Städte und Straßen werden von Lärm- und Abgasen entlastet und Ressourcen geschont. Außerdem sind Arbeitnehmer, die auf flexible Arbeitszeitmodelle zurückgreifen können, produktiver im und zufriedener mit ihrem Job.

Weltweit befragte der Bürodienstleister Regus Unternehmen danach, welche Erwartungen und Erfahrungen sie mit flexibler Arbeitszeitgestaltung und Telearbeit verbinden. Annähernd 90 Prozent der deutschen Unternehmen antworteten, dass variable Jobmodalitäten der Vereinbarkeit von Familie und Beruf zugute kämen und die Work-Life-Balance verbessert werde. Dieser Meinung sind auch US-amerikanische Unternehmen, die dies zu 80 Prozent angaben. In China und Japan sehen dies hingegen nur 57 Prozent der Unternehmen so.

In den beiden asiatischen Wirtschaftsstaaten sind die Arbeitgeber nicht davon überzeugt, dass flexible Arbeitszeiten ihre Attraktivität auch für externe Talente erhöht, was zeigt, dass asiatische Unternehmen derartigen Arbeitszeitmodellen eher kritisch gegenüberstehen. Allerdings nehmen auch nur 16 Prozent der deutschen Unternehmen an, dass flexible Arbeitsorte und -zeiten einen Attraktivitätsgewinn als Arbeitgeber versprechen. In den USA und Kanada sind mit etwa 30 Prozent immerhin doppelt so viele Unternehmen davon überzeugt, dass sie auf diese Weise externe Talente werben können.

Dass in Asien ein anderes Verständnis von Arbeit vorherrscht, zeigt sich auch darin, dass zwei Drittel der chinesischen Unternehmen die Meinung vertreten, flexibles Arbeiten sollte nur Arbeitnehmern mit langer Betriebszugehörigkeit angeboten werden. Die Unternehmen der USA und Europas hingegen sind eher der Auffassung, dass alle Beschäftigten auf moderne Arbeitszeitmodelle zurückgreifen können sollten.

Als Trend jedoch lässt sich offensichtlich festhalten: Die Zukunft der Arbeit ist flexibel. Diese Vision hat auch die Arbeitsexpertin Marie Puybaraud aus London: ?Wir werden im Jahr 2030 mehr als die Hälfte unserer Arbeitszeit zu Hause verbringen, allerdings virtuell immer mit unserer Arbeitswelt verbunden bleiben. Das Büro wird zu einer Art Knotenpunkt, an dem sich Mitarbeiter treffen, austauschen und planen.?