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News

11.12.2017
Pressemitteilung

Dr. Kai Schaefer - Vorsitzender des Bundesverbandes der Deutschen Kalkindustrie e.V. (BVK)

Zu den aktuellen Bemühungen zur Bildung einer Koalition auf Bundesebene erklärt der Vorsitzende des Bundesverbandes der Deutschen Kalkindustrie, Dr. Kai Schaefer:

Nach dem auch für uns überraschenden Scheitern der Bemühungen um die Bildung einer Jamaika Koalition und den Interventionen des Bundespräsidenten für die Bildung einer tragfähigen Koalition und neuen Bundesregierung dürfen wir den Blick für zentrale Notwendigkeiten unserer Industrie nicht vergessen. Sollte es zu einer Fortsetzung der Koalition von CDU/CSU und SPD kommen, so muss es doch Veränderungen in der zukünftigen Arbeit geben. Für uns als energieintensive Industrie, die wir zudem in den Emissionshandel einbezogen sind, ist die Energie- und Klimapolitik der neuen Koalition von fundamentaler Bedeutung.

Wir stehen zu einem zielgerichteten Klimaschutz und den Klimazielen von Paris. Gerade um dies zu erreichen, wollen wir uns aktiv an den anstehenden Diskussionen beteiligen.

Effektiven und erfolgreichen Klimaschutz wird es nur mit einer leistungsstarken und wettbewerbsfähigen Industrie geben. Mit unseren Kalkprodukten stehen wir am Anfang vieler Wertschöpfungsketten und tragen somit zu Wohlstand und sozialer Sicherheit für unsere Gesellschaft bei. In den letzten Jahren hat die Kalkindustrie massiv in moderne und energieeffiziente Produktionsanlagen investiert, genauso wie dies auch andere produzierende Branchen getan haben. Nur dadurch können CO2-reduzierte Wertschöpfungsketten erhalten und weiter gestärkt werden. Windkraft und Sonnenenergie, CO2-reduziertes oder gar -freies Wohnen und auch die Elektromobilität sind ohne unsere Grundstoffe nicht erreichbar.

Unseren Beitrag können wir leisten, wenn wir weiter am Standort Deutschland produzieren können. Eine neue Bundesregierung sollte daher neben den Klimazielen von Paris auch aktiv das Ziel verfolgen, den Industrieanteil an der Wertschöpfung des Bruttoinlandsprodukts zu erhöhen. Neben dem Klimaschutzplan muss gleichwertig ein Industriekonzept verfolgt werden. Eine sichere und bezahlbare Energieversorgung ist dabei unverzichtbar.

Die deutsche Kalkindustrie unterliegt dem europäischen ETS-System. Die damit verbundenen Minderungsziele werden von der Industrie systemimmanent erreicht. Gerade hat sich Europa auf die Regelungen für die Handelsperiode nach 2020 verständigt. Damit sind weitere Belastungen aufgrund höherer Zertifikatspreise abzusehen, aber auch feste CO2-Reduktionsmengen garantiert. Es ist weder notwendig noch sinnvoll, national draufzusatteln. Wir lehnen daher einen CO2-Mindestpreis in Deutschland oder weitergehende Reduktionsziele für die Industrie ab.

Wir brauchen auch kein starres Klimaschutzgesetz. Vielmehr muss die neue Bundesregierung den Klimaschutzplan zu einem flexiblen, wettbewerblich orientierten und technologieoffenen System ausgestalten. Starre CO2-Ziele mit jahresscharfen Reduktionsvorgaben für 2020, 2030 und 2050 können nicht der Weg sein. Wenn das Ganze auch noch mit einzelnen Sektorzielen verbunden werden sollte, sind Wettbewerbsverzerrungen unausweichlich, weswegen wir dies ablehnen.

 

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Martin Ogilvie • Telefon 0221/934674-12 • Email: martin.ogilvie@kalk.de

Jeder Bundesbürger verbraucht täglich etwa 250 g gebrannte und 5,5 kg ungebrannte Kalk- und Dolomiterzeugnisse. Im Bundesverband der Deutschen Kalkindustrie e. V. (BVK) sind rund 50 Unternehmen mit fast 100 Standorten vertreten. Gemeinsam produzieren sie mit rund 3.000 Beschäftigten circa 6,3 Mio. Tonnen Kalk im Jahr und erwirtschaften einen Gesamtumsatz von rund 750 Mio. Euro (Stand: 2016).