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02.08.2013
Unternehmenssteuern: Parteienpläne gefährden Standort

Es ist Wahlkampf, – und die Oppositionsparteien kündigen unisono in ihren Wahlprogrammen Steuererhöhungen an. Vor allem Besserverdienende und Vermögende sollen mehr zahlen. Tatsächlich treffen die Pläne aber vor allem Unternehmen, und der Standort Deutschland verlöre erheblich an Attraktivität.

Es gibt kaum eine Abgabe auf Gewinne und Vermögen, für die nicht mindestens eine der Oppositionsparteien Erhöhungen ankündigt, in der Regel mit dem erklärten Ziel, Einkommen und Vermögen „gerechter“ zu verteilen. Die dabei ins Auge gefassten Erträge sind aber oftmals Unternehmensgewinne – und bei den Vermögen handelt es sich meist um Betriebsvermögen, sei es von Kapitalgesellschaften oder Personenunternehmen. Die Pläne der verschiedenen Parteien würden also die Steuerlasten für deutsche Unternehmen massiv steigern.

Das Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) hat im Auftrag der Stiftung Familienunternehmen untersucht, wie stark die Belastungen je nach Parteienkonzept steigen würden und wie sich das auf die Lage Deutschlands im europäischen Wettbewerb auswirken würde. Dabei unterscheidet das ZEW zwischen Kapitalgesellschaften und Personenunternehmen. Bei den erstgenannten wird zusätzlich noch zwischen der Steuerlast für die Unternehmen (Unternehmensebene) und der Gesamtbelastung für Betriebe und Gesellschafter (Gesamtebene) unterschieden.

Der Vergleich zeigt: Auf der Gesamtebene wäre die Mehrbelastung für Kapitalgesellschaften bei Verwirklichung der Pläne der Linken am höchsten, – in diesem Fall würde sich die Steuerlast mit einem Anstieg von 127 Prozent mehr als verdoppeln. Dagegen nehmen sich die Pläne der Grünen mit einer zusätzlichen Steuerlast von 36 Prozent und die der SPD mit knapp 20 Prozent geradezu bescheiden aus.
Bei Personenunternehmen kann nicht zwischen Unternehmen und Gesellschafter differenziert werden. Meistens handelt es sich dabei um mittelständische Unternehmen. Hier stiege die Steuerlast bei Umsetzung der SPD-Pläne um 24 Prozent und bei den Grünen um 40 Prozent. Bei der Umsetzung der Steuerpläne der Linken würde sich die Last sogar verdoppeln.

Im Vergleich mit anderen europäischen Ländern hätten jedoch alle Vorschläge katastrophale Folgen für den Standort Deutschland: Aktuell liegen die deutschen Unternehmen bei der Belastung im oberen Mittelfeld der EU-Mitgliedsstaaten. Die Pläne der Opposition jedoch würde die Bundesrepublik in die Spitzengruppe katapultieren, – nur die Unternehmen in Frankreich und Spanien trügen dann noch ähnlich hohe Steuerbelastungen.