Qualifizierte Bodenverbesserung mit Kalk.

Besser ist dünner

Kalk qualifiziert

Ein im Oktober 2004 von der Forschungsgesellschaft für Straßenbau überarbeitet herausgegebenes Merkblatt über Bodenverfestigungen und Bodenverbesserungen mit Bindemitteln definiert erstmals neben den bewährten Verfahren der Bodenverbesserung und Bodenverfestigung mit Bindemitteln auch die Methode der qualifizierten Bodenverbesserung. Sie dient dem Ziel, ein besseres Frost- und Tragfähigkeitsverhalten  der verbesserten Böden zu erreichen. Untersuchungen im Auftrag des Bundesministeriums für Verkehr, Bauen und Wohnen, vertreten durch die Bundesanstalt für Straßenwesen (BAST), zeigen den Erfolg der qualifizierten Bodenverbesserung durch Einmischen von Kalk in den vorgefundenen Boden.

Untersuchung mit solider Basis

Die durchgeführten Untersuchungen sollten eine zentrale Frage beantworten: Unter welchen Voraussetzungen ist es möglich, die Dicke des Straßenoberbaus zu reduzieren, wenn eine Bodenverbesserung mit Kalk durchgeführt wurde? Um eine sichere Datenbasis zu erlangen, wurden an 30 Straßen in den verschiedenen Regionen Deutschlands, die Liegezeiten zwischen einem und 30 Jahren aufwiesen, Untersuchungen durchgeführt. An der dafür freigelegten Oberfläche der mit Kalk verbesserten Bodenschicht erfolgten verschiedene Prüfungen. Zum Vergleich dienten Proben des unverbesserten Bodens aus der unmittelbaren Umgebung der Straßen.

Mehr Kalk, mehr Tragfähigkeit auf Dauer

Ein erstes Ergebnis der Tests war, dass die Tragfähigkeit des so behandelten Bodens mit der Zeit weiter steigt, wenn mindestens 2 Masse-% Kalk eingemischt wurden. Nach Frostprüfungen war die Tragfähigkeitssteigerung gegenüber den unbehandelten Böden umso höher, je höher die Menge des eingemischten Kalks war. Die Böden mit mindestens 3 Masse-% Kalk ergaben einen CBR-Wert von mehr als 5 %. Da auch die Frosthebung dieser Böden unter 6 % liegt, ist es gerechtfertigt, diese Böden – sofern sie nicht organischen Ursprungs sind, in die Frostempfindlichkeitsklasse F2 – teilweise sogar in F1 – einzuordnen, während die unbehandelten Bodenproben der Frostempfindlichkeitsklasse F3 entsprechen. Tabelle 6 der RStO 01 gestattet bei der Frostempfindlichkeitsklasse 2 eine Verminderung der Dicke der Frostschutzschicht um 10 cm. Neben den schon bekannten ökonomischen und ökologischen Vorteilen einer Bodenverbesserung mit Kalk ergibt sich  ein weiterer Kostenvorteil: Der Aufbau einer frostsicheren Konstruktion erfolgt teilweise mit anstehendem Boden, es ist weniger qualifiziertes Gesteinsmaterial nötig.

Frostempfindlichkeit Reduzierung der Dicke der Frostschutzschicht um CBR<sub>F</sub> [%]
nicht frostempfindlich (F1) 20 cm (Bodenverfestigung) &#8805; 15
gering bis mittel frostempfindlich (F2) 10 cm ("qualifizierte" Bodenverbesserung) > 5
sehr frostempfindlich (F3) 0 cm (Bodenverbesserung) &#8804; 5

Nach oben