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Norbert Weber
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Optimierte Schlammbehandlung mit Kalkmilch

Die Dosierung macht's

Von der Behandlung des Klärschlamms mit Kalkmilch oder Kalkhydrat bis zur Ausbringung in der Landwirtschaft gibt es keine Probleme. Dennoch sind fundiertes Wissen, exakte Dosierung und richtiges Mischen erforderlich, um in einem gut abgestimmten Kreislauf moderne Klärtechnik optimal zur Wirkung zu bringen. Kalkhydrat und Kalkmilch können eine Menge im ökologischen und ökonomischen Prozess des Anlagenbetriebs leisten.

Kalk in der Praxis

Mit Kalk lässt sich der pH-Wert optimieren und parasitärer Befall schnell, gründlich und nachhaltig eliminieren. Deshalb ist Kalkbehandlung von Klärschlämmen, insbesondere Rohschlamm, Schlamm aus Kleinkläranlagen und Erdbecken sowie anaerob oder aerob stabilisierter Schlamm gängige Praxis.

Die Milch macht's oft

Richtwerte für die Dosierung von Kalk zur Reinigung von parasitärem Befall

Kalkmilch besteht aus Kalkhydrat (Ca(OH)2). In welcher Zusammensetzung, Dosierung, Behandlung und Lagerung der Kalk eingebracht wird, hängt zunächst von der Beschaffenheit der Klärschlämme und der Ausrichtung der Kläranlage ab. Für eine Befreiung von Parasiten wurden folgende Richtwerte ermittelt:

Am Anfang steht die Frage, wie der Eintrag aussehen soll: trocken oder gelöst bzw. suspendiert? Vielfach entscheidet man sich für die bereits fertige Kalkmilch, die mit Tankzügen oder in Containern angeliefert wird. Kleine Anlagen favorisieren die trockene Variante und lassen sich den Kalk in Säcken oder 1 m3-Containern anliefern.

Das Milchtütenproblem

Schema einer Bevorratungsstation

Das kennen wir alle: umständlich zu öffnende Milchtüten. Der erste Schluck schlabbert meist nicht in den Kaffee und die Dosierung ist, anders als mit dem Würfelzucker, immer Glücksache. Damit das bei der Dosierung mit Kalkmilch nicht passiert, müssen Vorkehrungen im Anlagenbetrieb getroffen werden. Hier lagert die Milch selbstverständlich nicht in Tüten, sondern in Silos, meist aus Stahl, ausgestattet mit Steigleiter, Reinigungsloch, Pumpe, Rührwerk und vielen Sensoren: Füllstandsanzeige mit Minimum und Maximummelder, Verstellung und Intervallschalter für die Rührwerke und Dosierpumpen. Der Auslauf muss erhöht angebracht sein, damit ein Auslaufen der Tanks verhindert wird. Membran- oder Exzenter-Schneckenpumpen haben sich als zuverlässig erwiesen. Alle Leitungswege sollten so kurz wie möglich, doppelt ausgelegt und reinigungsfreundlich montiert sein. Und noch ein wichtiger Hinweis: Kalkmilch muss frostsicher bevorratet werden.

Kalkmilch trifft Klärschlamm

Von besonderer Bedeutung ist die Durchmischung der Schlämme mit der Kalkmilch. Langsam drehende Schrägblattrührwerke oder Propellerrührer sollten zusammen mit einer eventuellen Nachdosierung in der Lage sein, den Sättigungs-pH-Wert schnell zu erreichen. Als zweites Verfahren gibt es im Energiebedarf vorteilhaftere, statische Mischer, die sind aber wiederum in der Wartung intensiver. Auch hier gilt also: die individuellen Voraussetzungen des Anlagenbetriebs sind zu beachten, und behandelter Klärschlamm darf während der 24-stündigen Lagerzeit nicht mit unbehandeltem in Kontakt kommen. Das geht fast nur, wenn zwei Behälter vorhanden sind. Außerdem muss in größeren Anlagen auf die Freisetzung von Ammoniak reagiert werden: Eine Abführung der Abluft muss gewährleistet sein.

Die Milch: natürlich und nährstoffreich

Die Befreiung des Klärschlamms von Parasiten und anderen Organismen ist neben der Säure-Base-Stabilisierung die Hauptaufgabe der Kalkmilch. Ziel ist es, die Reinigungsschlämme wieder nutzbringend für die Landwirtschaft einsetzen zu können und damit den ökologischen Kreislauf zu schließen. Calcium als natürlicher Nährstoff kann nur bei mit Kalk behandelten Schlämmen angerechnet werden. Bei einer für die Reinigung erforderlichen 20%igen Kalkzugabe - bezogen auf die Trockensubstanz des Schlamms -, werden dem Boden damit etwa 330 kg Kalkhydrat/ha·a (260 kg CaO/ha·a) zugeführt. Eine Überkalkung des Bodens ist damit praktisch ausgeschlossen.
Fazit: Gleich ob fest oder flüssig - Kalkhydrat ist beste Muttermilch für guten Mutterboden.

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