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Hygienisierung des Klärschlamms durch Kalk international anerkannt und empfohlen

Kalk — ein Bakterienkiller

In der Landwirtschaft ganz Europas wird Klärschlamm aus der Abwasserbehandlung als vielseitiger Dünger verwendet. Der Schlamm wird dabei nicht einfach mit bedenklichen Keimen auf die Felder ausgebracht, sondern muss sich einer Hygienisierung unterziehen. Dies geschieht nach einer europaweit akzeptierten Anleitung, die - zur guten fachlichen Praxis der Hygienisierung von Schlämmen - im europäischen Normungsgremium CEN durch eine Gruppe von Fachleuten erarbeitet und jetzt verabschiedet wurde. Die Hygienisierung mit Kalk wird dabei anhand von Beispielen überzeugend dargelegt.

Von Parasiten und Nützlingen

Im Schlamm des Reinigungsbeckens von Kläranlagen übernehmen Bakterien aus dem Belebtschlamm die wichtige Aufgabe der biologischen Reinigung und Umwandlung organischer und anorganischer Bestandteile. Leider befinden sich unter den nützlichen Mikroorganismen auch solche, die als Krankheitserreger unter Kontrolle gehalten werden müssen - Viren, Sporen, Spulwürmer, Ascarideneier. Hier spielt Kalk eine unverzichtbare Rolle, um die Klärschlämme für die landwirtschaftliche Nutzung zu hygienisieren.

Welcher Kalk hilft wann?

Klärtechnik ist heute eine komplizierte Angelegenheit. Es nützt nichts, den Schlämmen einfach nur etwas Kalk zuzumischen. Je nach Feuchtigkeit der Schlämme und Reaktionstemperatur stellen sich unterschiedliche Hygienisierungseffekte bei unterschiedlichen Anlagentypen ein. Zur Einbringung steht generell Kalk in Form von Feinkalk CaO oder als Kalkhydrat Ca(OH)2 zur Verfügung. Die physikalisch-chemische Wirkung der Kalkprodukte ist abhängig vom pH-Wert, der höher als 12 sein sollte, von der Reaktionstemperatur, die bei Feinkalk durch die Reaktion mit den Wasseranteilen des Schlamms erfolgt und von der Art der Durchmischung.

Wieviel Kalk für welchen Schlamm?

Innerhalb von 48 Stunden können bei einem pH-Wert größer als 12 die meisten Viren und Bakterien eliminiert werden. 0,3 kg CaO pro kg Trockensubstanz (oder ein entsprechendes Äquivalent von (Ca(OH)2) haben sich dabei in vielen Untersuchungen als ausreichend erwiesen. Thermoresistente Viren müssen unbedingt mit Feinkalk behandelt werden, um höhere Reaktionstemperaturen zu erreichen.

Sonderbehandlung für Ascarideneier

Die besonders resistenten Ascarideneier bedürfen, da wo sie auftreten können, einer Spezialbehandlung. Dabei sind die Einwirkzeit, die Temperatur und die Dosis von 0,4 - 1,1 kg CaO pro kg Trockensubstanz des Schlamms (bei Trockensubstanzgehalten von 18 - 30%) ein Anhaltspunkt für die Eliminierung der unerwünschten Schlammbewohner.

Die wissenschaftlich ermittelten Werte sind:

Temperatur Inaktivierungszeit
50 °C 6 Std.
55 °C 75 – 120 Min.
60 °C 5 Min.

Werden die internationalen Vorgaben, die im europäischen Normungsgremium CEN von den Fachleuten erarbeitet worden sind, beachtet, so leistet Kalk eine unverzichtbare Rolle in der Klärtechnik. Mit den empfohlenen Prozeduren kann eine sichere Hygienisierung erzielt und somit die Gefahr einer Verbreitung von schädlichen Organismen und Krankheiten ausgeschlossen werden.

 

Literatur: CEN/TC 308 Guide 10 "Characterisation of sludges - Hygienic aspects - Good practice for the use of sludge"

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