Kalk — nicht nur sauber, sondern rein

Saubermanns weiße Weste

Kalk macht bei der Trinkwasseraufbereitung seit Jahrzehnten eine gute Figur. Denn abseits der Schmutzarbeit sind auch andere Qualitäten des Trinkwassers gefragt: Es soll die richtige Härte und so wenig Schadstoffe wie möglich enthalten. Untersucht man die Spuren, die Calciumhydroxid bei der Schnellentcarbonisierung von Trinkwasser etwa hinterlässt, so ist man verblüfft. Auch wissenschaftlich akribische Testmethoden stellen immer wieder fest: Die Konzentration von Nebenbestandteilen unterschreitet die EG-Richtlinien der Trinkwasserversorgung bei weitem. Die Reststoffe verbleiben in den Fällschlämmen, nicht im Trinkwasser.

Die weiche Welle

Auch harte Männer lieben weiches Wasser. Vor allem unter der Dusche und beim Wäschewaschen. Zur Enthärtung setzen Aufbereitungsanlagen heute auf die Entcarbonisierung mit Kalk. Das im Rohwasser enthaltene Calciumhydrogencarbonat wird aus dem Prozess entfernt. Kalk entkalkt nach der chemischen Gleichung:

 

Entfernung des Calciums als Calciumcarbonat aus dem Rohwasser

Der absolute Kalk

Kalk ist ein Naturprodukt und einer der wenigen Bodenschätze, die in Deutschland in ziemlich reiner Form im Tagebau gewonnen werden. Er wird für die chemischen Vorgänge im technischen Prozess der Trinkwasseraufbereitung eingesetzt. Als Naturprodukt kann Kalk aber nicht absolut rein sein. Die Frage ist nur, wirken sich die Nebenbestandteile auf die Qualität des Trinkwassers aus? Zumal zukünftig aus ökologischen und ökonomischen Gründen die zentrale Enthärtung eine ständig wachsende Bedeutung erlangt.

Test the Rest!

Die Forschungsgemeinschaft Kalk und Mörtel e.V. ist in Zusammenarbeit mit dem Wirtschaftsministerium den Nebenbestandteilen auf die Spur gekommen. Falls man überhaupt etwas findet, sind die Ergebnisse der Analysen im labortechnischen Maßstab bei den Kalken außerordentlich beruhigend.

In einer ersten Versuchsreihe wurden dabei in einem speziellen Verfahren in den gängigen Kalkprodukten die Nebenbestandteile bestimmt und die Löslichkeiten festgestellt.

Jedem Kalk sein Wasser

Es genügt nicht, die Art der Nebenbestandteile zu untersuchen, sondern auch deren Verbleib im Reinigungsprozess muss bestimmt werden. Anders gefragt: Bleiben die Reste im Reinigungsschlamm oder im Trinkwasser? Genau das ist in einem Laborversuch getestet worden.

Der Rest bleibt im Schlamm

Analysiert man den Verbleib der Nebenbestandteile des Kalks, so kann festgestellt werden, dass sich unabhängig von der Carbonathärte der Modellwässer die Nebenbestandteile vollständig in den Schlämmen absetzen. Ein sauberes Ergebnis!

Insgesamt kann bei labortechnischen Tests also ein beruhigendes Testat über den Verbleib der Spurenanteile und Nebenbestandteile des Kalks im enthärteten Trinkwasser ausgestellt werden.

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