Verarbeitung

Der Weg ins Kalkwerk

Der gesprengte Stein, das Haufwerk, wird vor der Wand durch Bagger (im Wesentlichen bewegliche Hydraulikbagger) oder schwere Radlader aufgenommen und auf Schwerlastkraftwagen geladen.

Radlader
Radlader
Schwerlastkraftwagen (Skw)
Kreiselbrecher
Schwerlastkraftwagen (Skw)
Radlader
Schwerlastkraftwagen (Skw)
Kreiselbrecher
Kreiselbrecher
Radlader
Schwerlastkraftwagen (Skw)
Kreiselbrecher

Die verwendeten Maschinen sind von gigantischen Ausmaßen. Ein im Steinbruch eingesetzter Radlader nimmt zum Beispiel mit jeder Schaufel rund 5 m3 Stein auf. Das entspricht einem Gewicht von mehr als 10 t. Die großen Bagger schaffen sogar noch größere Mengen: bis zu 30 t Gestein – das entspricht dem Gewicht von 20 VW Golf – kann ein solches Ungetüm in seine Schaufel aufnehmen.

Verladen wird das Haufwerk auf entsprechend dimensionierte Lastfahrzeuge, sogenannte Skw, Schwerlastkraftwagen von der Größe eines Einfamilienhauses. Mit einer Nutzlast von fast 100 t transportieren sie das Material zum Brecher.

Im Brecher wird der Stein durch schlagende oder drehende Bewegung auf eine definierte Korngröße verkleinert. Teilweise sind mehrere Brecher hintereinandergeschaltet. Die Härte des Gesteins, die angestrebte Korngrößenverteilung und die täglich zu bewältigende Rohsteinmenge bestimmen Art, Größe und Konstruktion des Brechaggregates.

Sieben, waschen und klassieren

In den meisten Kalkwerken lassen sich die Feinstanteile und die Verunreinigungen durch einfaches Absieben vom Stein trennen. In anderen Werken ist dem Brechen noch ein Waschvorgang nachgeschaltet, der sicherstellt, dass alle Fremdbestandteile entfernt wurden. In diesem Fall durchlaufen die Kalksteine eine Waschtrommel und werden anschließend über Siebanlagen geleitet, so dass Verunreinigungen und Feinstanteile mit dem Wasser abfließen können.

Das Wasser wird in einen Klärteich geleitet. Die ausgewaschenen Feststoffe setzen sich im Klärteich ab. Das Reinwasser kann wieder dem Wasserkreislauf des Werkes zugeführt werden.

Das gereinigte Korngemisch wird auf Siebanlagen nach Korngrößen klassiert. Ständig rotierende, exzentrisch gelagerte oder mit Unwuchtgewichten versehene Wellen versetzen die großen Siebkästen mit unterschiedlich großen Maschenweiten in starke Schwingungen. Das Korngemisch wandert auf diese Weise langsam über die Gitter und wird in verschiedene Größen, die Kornfraktionen, zerlegt.

Brech-, Sieb- und Klassieranlage
Brech-, Sieb- und Klassieranlage

Nach dieser Klassierung wird das Steinmaterial nach Verwendungsbereichen getrennt. Die Körnungen werden gelagert, zum Teil nachgebrochen, teilweise wird der Rohstein gemahlen.

Der klassierte oder gemahlene Kalkstein ist bereits in dieser Verarbeitungsstufe ein begehrter Rohstoff. Rund ein Viertel der deutschen Kalksteinproduktion wird als Schotter, Splitt oder Sand an die Bauwirtschaft geliefert, wird im Umweltschutz verwendet oder in der Landwirtschaft.

Der größte Teil jedoch wird in definierter Korngröße den Brennbetrieben des Kalkwerkes zugeführt.

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