Ausflugtipps

Altes Kalkwerk-Areal Bahretal

01819 Bahretal

http://www.kalkwerk-areal.de

Öffungszeiten:

Von Mai bis September jeden 3. Samstag im Monat von 14 bis 18 Uhr u.n.V.

Das Museum ist zusätzlich nach vorheriger Vereinbarung unter Tel. 035025-50820 oder per mail(a)kalkwerk-areal.de geöffnet.

Seit Mitte des 15. Jahrhunderts wurde nachweislich in Borna und Umgebung Kalkstein abgebaut. In alten Karten sind über 35 Kalköfen eingezeichnet. Im Ort selbst gab es um 1815 sechs Kalkbrüche in denen 40 Arbeiter aus den umliegenden Dörfern beschäftigt wurden. Sie belieferten die gesamte Region mit Kalksteinen und Kalk. Die Steine, Kaulen genannt, wurden mit Fuhrwerken über die Kalkstraße nach Pirna transportiert. Dort verlud man sie auf Kähne und verschiffte sie auf der Elbe bis Magdeburg. Aus dem Kalkstein stellte man aber auch Platten für die Hofkirche in Dresden und das »Kurfürstliche Begräbnis« in Freiberg her. In der Bornaer Kirche kann man einen Altar und einen Taufstein aus heimischem Kalkstein sehen.

Um 1900 kam die Produktion aufgrund der böhmischen Konkurrenz fast zum Erliegen. 1927 begann Ing. Uhlig mit der Erweiterung und Wiederinbetriebnahme der Öfen. Mit dem Umbau war jetzt eine kontinuierliche und billigere Produktion möglich, und infolge des verheerenden Hochwassers am 27.06. in der Region war ein hoher Bedarf an Kalk vorhanden.

Die Öfen waren bis 1964 in Betrieb und wurden nun durch ein neu gebautes Kalkwerk abgelöst. Im Jahre 1998 stellte man auch dort die gesamte Produktion von Baukalk ein und demontierte bis 2000 das gesamte Werk. Übrig blieb nur ein über 200 Jahre alter und halb verfallener Kalkofen, der »Ofen 5«.

Seit 2009 organisiert eine Arbeitsgruppe Kalkofen die Sanierung des letzten vorhandenen begehbaren Kalkofens, um ihn als technisches Denkmal zu erhalten. In der Zwischenzeit hat sich am Ofen 5 viel getan. Das gesamte Gewölbe bekam nach einer Reinigung eine neue Verfugung, und der Fußboden erhielt neue Sandsteinplatten. Die vordere Stützmauer, die beim Abriss des Kalkwerkes teilweise einstürzte, steht wieder. Der Schornstein wurde erneuert und neu verfugt. Es gelang sogar, den Anbau zum großen Teil wieder zu errichten.

Im Dezember 2011 konnte das Museum »Historisches Kalkwerk« eröffnet werden. In der integrierten Ausstellung kann man viele interessante Dinge über die Geschichte und die Kalkherstellung anschaulich erfahren.