Naturschutz

Rohstoffabbau und Naturschutz müssen kein Gegensatz sein

Der Abbau von Rohstoffen wie Kalk ist unweigerlich ein Eingriff in Natur und Landschaft. Ein solcher Eingriff verändert die Gestalt und Nutzung der Erdoberfläche, das Landschaftsbild, unter Umständen auch den Wasserhaushalt und in jedem Fall die Lebensräume wildlebender Pflanzen und Tiere.

Renaturierter Steinbruch
Renaturierter Steinbruch
Uhu mit Jungvögeln im Kalksteinbruch
Ein Uhu und seine Jungvögel, aufgenommen in einem aktiven Kalksteinbruch mit Sprengbetrieb
Renaturierter Steinbruch
Uhu mit Jungvögeln im Kalksteinbruch

Die Zulassung eines solchen Eingriffes ist an eine Vielzahl umwelt- und naturschutzrechtlicher Vorschriften geknüpft, denn Natur und Landschaft sind keineswegs rechtlos. Für den Laien sind diese Vorschriften beispielsweise aus dem Wasserhaushaltsgesetz, dem Immissionsschutzrecht, dem Bodenschutzgesetz, dem Bundesnaturschutzgesetz oder auch aus dem Gesetz über die Umweltverträglichkeitsprüfung unübersichtlich und kompliziert. Für die Abbauwirtschaft und die für die Genehmigungsverfahren zuständigen Behörden sind sie aber ganz selbstverständlich. Der Schutz von Natur und Landschaft ist schon das Anliegen der Rohstoffwirtschaft selbst. Sie bemüht sich, Umweltbeeinträchtigungen infolge des Abbaus so gering wie möglich zu halten und die unvermeidbaren Beeinträchtigungen bestmöglich zu kompensieren. Schon während des Abbaus werden Vorkehrungen ergriffen, um die Schäden zu begrenzen. Am Ende des Abbaus werden die Abbaustätten rekultiviert oder sogar vollständig für die Ziele des Naturschutzes und der Landschaftspflege bereitgestellt. Oft entstehen für Natur und Landschaft wertvollere Bereiche, als zuvor vom Abbau beansprucht wurden. Manchmal sind es „Paradiese aus Menschenhand“. Die Kalkwerke wenden dafür beträchtliche Mittel auf, so bis zu einem Viertel der Gesamtkosten für den Aufschluss und den Betrieb der Abbaustätte. 

Nicht selten stellen die Abbaustätten schon während des Abbaubetriebs wertvolle Lebensräume gefährdeter oder seltener Pflanzen- und Tierarten dar. Zu diesen Arten zählt auch der Uhu, dem sich die Kalkindustrie in besonderer Weise verbunden fühlt. So können wir ohne Übertreibung sagen: Uhus mögen Kalksteinbrüche. Uhus finden gerade in Kalksteinbrüchen oftmals, was sie zum Überleben benötigen: sichere Brutplätze. Klettersport und andere Uhus störende Freizeitnutzungen sind hier nicht gestattet. Deshalb brüten Uhus kaum irgendwo so erfolgreich wie in Steinbrüchen. Dabei können die Betreiber den Tieren durch artspezifische Maßnahmen helfen: sei es durch die Schaffung von etwa 2 m tiefen Nischen in den Wänden oder durch die Einrichtung von Tabuzonen. Die Vereinbarkeit von Rohstoffabbau und Uhuschutz zeigt sich nicht zuletzt in manchen Europäischen Vogelschutzgebieten. Sie schließen in Abbau befindliche Steinbrüche ein.

Ein gutes Beispiel für die fruchtbare Zusammenarbeit zwischen Industrie, Kommunen und Naturschutzverbänden zum Erhalt der Artenvielfalt liefert das Niederbergische Uhuprojekt.