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03.02.2017
Die Industrie ist Deutschlands Standbein

Verarbeitendes Gewerbe: Industrie ist Deutschlands Standbein

Während die Industrie in den meisten hoch entwickelten Ländern Europas stark geschrumpft ist, trägt sie in Deutschland weiterhin viel zum Wohlstand und zur Beschäftigung bei. So hat auch die Innovationskraft des Verarbeitenden Gewerbes dabei geholfen, Deutschland in der Eurokrise zu retten.

Mehr als sieben Millionen Beschäftige halten Weltmarktdruck stand

200.000 Industriebetriebe – von der Ein-Mann-Firma bis hin zum Konzern – geben über sieben Millionen Menschen Arbeit. Damit bietet die deutsche Industrie etwa so viele Arbeitsplätze wie dieser Wirtschaftszweig in Frankreich, Italien und den Niederlanden zusammen. Betrachtet man nur Unternehmen mit mindestens 20 Mitarbeitern, gibt es 44.300 Industriebetriebe mit insgesamt fast 6,1 Millionen Beschäftigten, die zu den Gewinnern der Globalisierung gehören. Denn während die Industriesektoren in den USA, Japan, dem Vereinigten Königreich, Frankreich und Italien unter dem Druck Chinas ihre Weltmarktanteile verloren haben, konnten deutsche Betriebe ihre Position auf dem stark expandierenden globalen Markt halten.

Deutsche Industrie meistert Strukturwandel

Der Anteil der Industrie an der gesamtwirtschaftlichen Bruttowertschöpfung in Deutschland lag 2015 bei 22,6 Prozent – und damit fast genauso hoch wie 1995. In dieser Zeit hat die deutsche Industrie die Herausforderungen des Strukturwandels gemeistert und angesichts der Stärke des Maschinenbaus und der Beliebtheit deutscher Autos sogar vom rasanten Aufstieg Chinas profitiert. Made in Germany war und ist dort immer noch ein starkes Verkaufsargument, von denen auch der Mittelstand profitiert. Eine besondere Rolle spielen dabei die gut 1.300 exportstarken „Hidden Champions“, die je nach Sichtweise als große Mittelständler oder – formal – kleinere Großunternehmen gelten. Meist handelt es sich um Familienunternehmen mit starker Verwurzelung an ihrem Heimatstandort, dem sie trotz Globalisierung die Treue halten.

Industrieunternehmen als Schlüsselbetriebe für andere Wirtschaftszweige

Die Bedeutung der Industrie für den Standort Deutschland zeigt sich auch darin, dass ihr sehr viele Dienstleister und Handwerker zuarbeiten. Wenn man alle diese Bereiche gemeinsam betrachtet, dann tragen Industrie-, Dienstleistungs- und Handwerksbetriebe etwa 30 Prozent zur deutschen Wirtschaftsleistung bei. Die Beschäftigung erhöht sich im Industrie-Dienstleistungs-Verbund auf gut 10 Millionen. Wenn man auch den Multiplikator-Effekt in weiteren Branchen berücksichtigt, sind es sogar 14 bis 15 Millionen Beschäftigte. Denn wo die Industrie stark ist, blüht zum Beispiel auch der Handel.