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12.06.2017
Beschäftigung erreicht neuen Rekord

Bereits seit 2013 wächst die deutsche Wirtschaft fast ununterbrochen - und das wird vorerst wohl auch so bleiben. Besonders erfreulich ist, dass in diesem und im nächsten Jahr insgesamt eine Million neue Arbeitsplätze entstehen werden.

Brexit? Trump? Noch vor wenigen Monaten sind die meisten Konjunkturforscher davon ausgegangen, dass die Ungewissheit der Unternehmen über die Folgen der Politikwechsel deutlich auf die globale Wirtschaftslage drückt. Doch der weltweite Handel floriert wieder - und das hält die deutsche Volkswirtschaft auf Kurs. Laut Prognose des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln (IW) wird das deutsche Bruttoinlandsprodukt in diesem Jahr um 1,5 Prozent und im Jahr 2018 um 1,75 Prozent steigen. Fast die Hälfte der rund 2.800 vom IW befragten Unternehmen erwartet für 2017 einen Anstieg der Produktion, nur jedes Zehnte rechnet mit einem Rückgang.

Außenhandel wächst wieder stärker

Zwar werden die deutschen Exporte 2017 und 2018 einen Tick weniger zulegen als der Welthandel. Das deutsche Ausfuhrplus von je 3 Prozent verbessert sich gegenüber 2016 dennoch. Weil die deutschen Importe in diesem und im kommenden Jahr um jeweils 4 Prozent steigen, bremst der Außenbeitrag das Wachstum leicht ab - und der Leistungsbilanzüberschuss verringert sich. Auch das erneute Plus bei den Exporten spiegelt sich in der IW-Konjunkturumfrage wider: Fast ein Drittel der Unternehmen in Deutschland erwartet für das Jahr 2017 höhere Ausfuhren - nur knapp 11 Prozent rechnen mit sinkenden Exporten. Allerdings sehen das Westdeutsche optimistischer als Unternehmen aus dem Osten der Republik.

Unternehmen investieren mehr

Zudem investieren wieder mehr deutsche Unternehmen. Hielten sie sich wegen des unsicheren globalen Umfelds im vergangenen Jahr noch zurück, planen in diesem Jahr fast 43 Prozent der Betriebe höhere Investitionen als 2016. Das gilt sowohl für die Industrie als auch für die Dienstleistungsunternehmen. Auch Unternehmen, die Maschinen und Anlagen produzieren, wollen im nächsten Jahr um 3 Prozent mehr investieren.

Konsumlaune bleibt gut

In den vergangenen beiden Jahren haben Deutsche mehr konsumiert und damit einen Großteil des Wirtschaftswachstums ausgelöst. Verantwortlich dafür waren vor allem die gute Entwicklung der Beschäftigung, der Rückgang der Ölpreise sowie die niedrigen Zinsen, die es den Verbrauchern leichter machen, zum Beispiel einen Autokauf über einen Kredit zu finanzieren. In diesem und im kommenden Jahr werden Bundesbürger zwar nicht ganz so stark konsumieren wie in den Vorjahren - Grund zur Klage gibt es allerdings nicht. Denn zusammen mit den staatlichen Ausgaben sorgt der private Konsum weiterhin für einen Großteil des Wachstums.

Eine Million neue Arbeitsplätze

Fast 40 Prozent der befragten Unternehmen wollen neue Mitarbeiter einstellen - das bedeutet, dass in den beiden kommenden Jahren rund eine Million neue Arbeitsplätze entstehen. Trotzdem wird sich die Zahl der Arbeitslosen nur um 200.000 verringern. Die Quote sinkt damit zunächst auf 5,75 Prozent und im nächsten Jahr auf 5,5 Prozent. Weil sich die meisten Flüchtlinge noch in integrations- oder arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen befinden, wird sich ihr Einfluss auf den Arbeitsmarkt erst nach und nach im kommenden Jahr bemerkbar machen.