Der Bundesverband der Deutschen Kalkindustrie e.V. (BVK) begrüßt diesen Schritt ausdrücklich als entscheidenden Meilenstein für Klimaschutz und industrielle Transformation.
„Mit dem heutigen Beschluss erhält die Industrie erstmals einen verlässlichen Rechtsrahmen für Carbon Management in Deutschland“, erklärt Philip Nuyken, Geschäftsführer Politik des Bundesverbandes der Deutschen Kalkindustrie e.V. „Für die Kalkindustrie bedeutet das: Wir können endlich konkret planen und Projekte vorbereiten, denn CCS ist für unsere Branche keine Option, sondern Voraussetzung für Klimaneutralität. Der heutige Beschluss ist ein weitgehender Schritt – aber erst der Anfang. Nachdem die Speicherung und der Transport von CO2 per Pipeline legalisiert wurden, müssen Bund und Länder jetzt den Aufbau der CO₂-Infrastruktur entschieden vorantreiben, damit Klimaschutz und Investitionen nicht an fehlenden Leitungen oder Genehmigungen scheitern.“
Philip Nuyken ergänzt: „Wir alle im Land müssen auf die Kosten schauen. Daher rufen wir die Bundesländer auf die Opt-in Möglichkeit für Onshore-Speicher zu nutzen. Das senkt Kosten für die Speicherung um 60 % und mehr, minimiert den Infrastrukturaufbau und es schafft vor allem Wertschöpfung im Land, statt sie ins Ausland zu verlagern. Bei 50 Millionen Tonnen unvermeidbarer Restemissionen sind wir da schnell bei 500 Millionen Euro. Sehr viel Geld für die Kommunen, die den Schritt gehen.“
„Für die Kalkindustrie ist das KSpTG von grundlegender Bedeutung. 67 % der Emissionen entstehen rohstoffbedingt im Produktionsprozess und sind ohne CCS technisch nicht vermeidbar. Das Gesetz ermöglicht erstmals rechtliche Sicherheit für den Aufbau einer CO₂-Infrastruktur – eine notwendige Voraussetzung zur Umsetzung der CO₂-Roadmap der Kalkindustrie ‚Vom Emittenten zur Senke‘“, betont Philip Nuyken das Potenzial der Industrie. „Gleichzeitig entsteht ein großes Potenzial für negative Emissionen durch den Einsatz von Kalkprodukten: Durch Karbonatisierung und CO2-Aufnahme aus der Luft (CDR: Carbon Dioxide Removal) kann in Kalkprodukten CO₂ gebunden werden – die Branche kann so mindestens 133 % CO₂-Minderung perspektivisch realisieren.“
Der BVK appelliert an Politik und Behörden, nun zügig die nächsten Schritte einzuleiten: den Aufbau der CO₂-Transportnetze, verlässliche Genehmigungsprozesse sowie klare Entscheidungen der Länder über Speicherstandorte.
Klimaschutz braucht Tempo – der heutige Beschluss ist der Anfang, nicht das Ziel.