News aus 2026

CO₂-Transformation der Industrie: Innovation braucht Infrastruktur

Wie gelingt klimaneutrale Kalk- und Zementproduktion? Zwei aktuelle Beiträge in der Magdeburger Volksstimme aus Sachsen-Anhalt zeigen eindrucksvoll, wie intensiv die Branche bereits an Lösungen arbeitet.

Das Startup Litherm entwickelt am Standort der Fels-Werke bei Elbingerode ein elektrisches Verfahren, mit dem CO2 aus der Kalkproduktion direkt konzentriert abgeschieden werden könnte.
Für die Kalkindustrie ist das besonders relevant: Ein Großteil der Emissionen entsteht nicht durch den Brennstoff, sondern prozessbedingt aus dem Kalkstein selbst. Diese sogenannten unvermeidbaren Prozessemissionen machen die Transformation besonders anspruchsvoll.
Innovative Technologien wie die von Litherm zeigen, dass die Branche aktiv an Lösungen arbeitet, um Klimaschutz, industrielle Wertschöpfung und Versorgungssicherheit zusammenzubringen.
Zum Artikel: „Dieses Startup aus Sachsen-Anhalt will eines der größten Klimaprobleme lösen“

Gleichzeitig wird deutlich: Ohne eine leistungsfähige CO₂-Infrastruktur wird die industrielle Transformation nicht gelingen. Denn selbst wenn CO₂ abgeschieden wird, stellt sich die nächste Frage: Wohin damit?
Diskutiert werden sowohl die Nutzung von CO₂ als Rohstoff (CCU) als auch die dauerhafte Speicherung (CCS) – onshore in Deutschland oder offshore, etwa unter der Nordsee.
Klar ist auch: Die Kosten für Abscheidung, Transport und Speicherung sind erheblich. Umso wichtiger ist es, die Mehrkosten zu senken. Das geht zum einen durch den Transport per Pipeline statt via Zug oder LKW. Zum anderen ist die Speicherung an Land weniger als halb so teuer wie in der Nordsee. Zudem bliebe Wertschöpfung von mehr als 500 Millionen Euro in den Kommunen vor Ort.
Zum Artikel: „Wohin mit dem CO₂ aus der Industrie? Das sind die Möglichkeiten“

Die Kalkindustrie steht bereit, Verantwortung zu übernehmen und ihren Beitrag zur Klimaneutralität zu leisten.
Entscheidend ist jetzt, Kosten zu senken! Durch Innovationen, Infrastruktur und Onshore-Speicherung ist das möglich.

Felix Nelles, Stefan Kerstan und Simon Reiter (von links nach rechts) vor der Litherm-Pilotanlage in Elbingerode. Hier wird daran gearbeitet, Kalk und Zement umweltfreundlich herzustellen. Foto: Litherm