Dazu positioniert sich Martin Ogilvie, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes der Deutschen Kalkindustrie e. V.: „Wir brauchen in Deutschland endlich eine echte Ermöglichungskultur für heimische Rohstoffe. Rohstoffe stehen am Anfang aller industriellen Wertschöpfungsketten – gerade Kalkstein ist unverzichtbar für Bau, Industrie und Klimaschutz“.
Die Kalkindustrie steht vor der Herausforderung, ihre Produktion in den kommenden Jahren klimaneutral umzubauen. Damit verbunden sind erhebliche Investitionen in neue Technologien, die mit hohen Kosten einhergehen. Diese Investitionen sind nur wirtschaftlich tragfähig, wenn sie über entsprechend lange Abgrabungszeiträume abgesichert werden können. Voraussetzung dafür ist eine verlässliche Rohstoffversorgung über mehrere Jahrzehnte hinweg – in der Regel mindestens 40 Jahre – um Planungssicherheit für Unternehmen und Investitionen zu gewährleisten.
„In der Praxis sind Genehmigungsverfahren für den Kalksteinabbau häufig langwierig, komplex und uneinheitlich. Fehlende verbindliche Fristen und parallele Prüfungen führen zu erheblichen Verzögerungen und erschweren Planungssicherheit für Unternehmen. Sollen Kalkunternehmen transformieren, brauchen sie eine langfristige Abbauperspektive. Ohne ausreichend genehmigte Rohstoffvorkommen, kann es keine klimaneutrale Kalkproduktion geben“, fährt Martin Ogilvie fort. „Als BVK fordern wir daher die gesetzliche Verankerung der Rohstoffversorgung als überragendes öffentliches Interesse. Die heimische Rohstoffgewinnung braucht verbindliche Fristen für Genehmigungsverfahren inklusive Genehmigungsfiktion, eine stärkere Parallelisierung von Prüfverfahren sowie die Modernisierung von Wasser- und Bergrecht.“
Martin Ogilvie fasst zusammen: „Ziel ist es, die Rahmenbedingungen für den heimischen Rohstoffabbau so weiterzuentwickeln, dass Investitionen erleichtert, Verfahren beschleunigt und die Versorgungssicherheit langfristig gestärkt werden – als Grundlage für eine erfolgreiche industrielle Transformation und wirksamen Klimaschutz.“