„Das sogenannte ‚Netzpaket‘ des Wirtschaftsministeriums ist richtig, da es in seinen Grundzügen zum Prinzip der Verursachungsgerechtigkeit zurückkehrt. Wer Kosten verursacht, der muss auch einen Anteil daran tragen. So ist es mit dem Emissionshandel für CO2 und so sollte es auch bei der Finanzierung der Energiewende sein. Nicht steuerbare Stromerzeugung trägt zu einem signifikanten Teil zu den Mehrkosten bei – durch Redispatch und zusätzlichen Netzausbau. Es kann nicht sein, dass ausschließlich die Verbraucher die Kosten tragen.“
„Als energieintensive Grundstoffindustrie werben wir für eine strukturelle Reform der Energiewende. Erneuerbare Energien müssen systemdienlich integriert werden. Bisher volatile Erzeugung muss verstetigt werde“, so Philip Nuyken weiter. „Netzentgelte für volatile Einspeiser, ein netzdienliches Förderregime oder auch die Überbauung von Netzknoten können helfen die Mehrkosten zu begrenzen. Hinzu kommt die netzdienliche Integration von Speichern. Stromspeicher können Lastspitzen mindern und Flauten kurzfristig überbrücken. Das Netzpaket bietet hier Ansatzpunkte. Wer seine volatile Erzeugung zukünftig nicht mehr ungebremst ins Netz einspeist, sondern Erzeugungsmanagement betreibt, soll weiterhin von den Subventionen profitieren dürfen.“
Die Senkung der Stromsystemkosten ist für die Kalkindustrie essentiell, so Philip Nuyken: „Die Kalkindustrie wird ihren Stromverbrauch für eine klimaneutrale Produktion bis 2045 verfünffachen. Um die Mehrkosten stemmen zu können, bewirbt sich die Kalkbranche für den Industriestrompreis. Das kann aber nur eine Übergangslösung sein, denn langfristig müssen die Systemkosten deutlich sinken. Dazu müssen die Verursacher mit in die Pflicht genommen werden. Nur so kann ein weiterer Ausbau der Erneuerbaren Energien systemdienlich und kosteneffizient erfolgen. Andernfalls wird es für Unternehmen und Bürger sehr viel teurer.“